Auf der Suche nach dem Unterbewussten
Herr Currentzis, am Opernhaus von Perm haben Sie das Privileg der völligen künstlerischen Freiheit genossen, sind aber kürzlich nach Sankt Petersburg gezogen, wo Ihnen im Grunde nur ein experimenteller Proberaum zur Verfügung steht – «Dom Radio». Fehlt Ihnen als überaus theatralischem Menschen, der Sie selbst noch in Ihren Konzerten sind, nicht der Duft des Theaters? Oder war der Wechsel Teil eines organischen Prozesses?
Ich hatte noch nicht genügend Zeit, um die Situation eingehend zu analysieren und zu bewerten.
Aber Sie haben recht: Theater- oder Opernprojekte lagen mir immer sehr am Herzen. Und jetzt arbeite ich zum ersten Mal nicht regelmäßig am Theater, sondern dirigiere nur bei den Salzburger Sommerfestspielen. Aber ich habe festgestellt, dass ich mich in dieser neuen Funktion, so merkwürdig es erscheinen mag, sehr gut fühle. Momentan bin ich sehr am Drama interessiert; nicht als Genre, sondern als eine Art Schauspiel, an dem sowohl die Künstler als auch das Publikum beteiligt sind, sprich, wenn man dem Publikum nicht das während der Proben erzielte Ergebnis präsentiert, sondern es in eine Art künstlerischen Akt einbezieht. Bei manchen Chorkonzerten zum Beispiel bewegen ...
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Opernwelt April 2022
Rubrik: Interview, Seite 60
von Alexej Parin
Wenn Sänger oder Sängerinnen in den Musiktheater-Regiestuhl wechseln, muss das nicht bedeuten, dass sie sich am «Regietheater» abarbeiten oder gar «rächen» wollen. Es kann auch produktiv neue, gleichsam aus der praktischen Arbeitsperspektive gewonnene Energien freisetzen. In diesem Sinne scheint es ein Glücksfall, dass die renommierte, durch ihr Salzburger...
Es gibt einen Moment in dieser Inszenierung, an dem sich Opernhandlung und Künstlerbiografie berühren: Andreas Homoki und sein Bühnenbildner Paul Zoller zeigen Menschen mit Koffern auf einem Ozeandampfer – jedenfalls lässt sich in dem mit stilisierten Rettungsringen ausgestatteten Treppenturm, der im zweiten Bild die Szene dominiert, eine Schiffsreling erkennen....
Alpha
03.04. – 21:45 Uhr
60 Jahre Münchner Rundfunkorchester Der Klangkörper, 1952 gegründet als zweites Orchester des «Bayerischen Rundfunks», hat in den vergangenen sechs Jahrzehnten ein Profil entwickelt, das sich in der Orchesterlandschaft deutlich abhebt. Unter seinem derzeitigen Chefdirigenten Ivan Repušić bietet das Orchester eine große Programmvielfalt:...
