Auf der Suche nach dem Publikumswunsch
Nun ist es schon zehn Jahre alt, das Opera Forward Festival, das der im vergangenen Jahr überraschend verstorbene Pierre Audi 2016 gründete und an die Amsterdamer Nationaloper andockte, dessen Intendant er damals noch war. Dann wechselte Audi nach Aix-en-Provence, und Sophie de Lint, vormals Operndirektorin in Zürich, wurde nicht nur seine Nachfolgerin auf dem Amsterdamer Intendanten-Thron, sie übernahm 2018 auch das Opera Forward Festival, dessen Konzept und Programm sie verantwortet.
Für de Lint und ihr Team liegt die Zukunft der Oper weniger in intellektuellen, formalen Experimenten, sondern vielmehr in einer Weiterentwicklung der Kunstform, die sich der sich rasant verändernden Welt öffnen will. Diese Mission prägt seit einigen Jahren das Festival und steht auch im Mittelpunkt der Jubiläumsausgabe. Im Zentrum stehen neben vielen Aktivitäten mit dem musi -kalischen Nachwuchs vier Neuproduktionen mehr oder weniger zeitgenössischer Musiktheaterwerke ganz unterschiedlichen Zuschnitts. Besonders aufwändig ist die Uraufführung von «Theory of Flames», einem neuen Werk mit Musik und Libretto von Michel van der Aa, der schon mehrfach beim Festival auftrat und sich als ...
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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Magazin, Seite 90
von Regine Müller
Gegensätzlichere musikalische Welten sind kaum zu denken – hier die klassische Barockoper, dort das alle klanglichen Gesetzmäßigkeiten sprengende expressionistische Monodram. Und doch ist es der Bremer Aufführung gelungen, beide Werke zu einem Abend von eindringlichster Wirkung zusammenzuschweißen. Der Vorteil: Purcells «Dido and Aeneas» und Schönbergs «Erwartung»...
Leicht müsse man sein, «mit leichtem Herzen und leichten Händen, halten und nehmen, halten und lassen …», singt die Feldmarschallin im ersten Aufzug des «Rosenkavaliers». Auch in der Heidelberger Inszenierung von Andrea Schwalbach ist Leichtigkeit das Schlüsselwort. Als «Komödie für Musik» haben der Komponist und sein Textdichter Hugo von Hofmannsthal das Stück...
Die Botschaft ist eindeutig: «Beautiful, beautiful, beautiful!», singen sechs elegant gekleidete Herren mit Fliege und Hosenträger. Wie die Geier umkreisen sie eine Frau, die an einem grell beleuchteten Schminktisch sitzt und weint. Ihr ikonisches Konterfei? Die platinblonde, in voluminösen Wellen gestylte Bobfrisur und ein knallroter Kussmund lassen keine Zweifel...
