Auf der Suche nach dem kleinen Glück
Menschen, Tiere – Sensationen? Nun ja, die großen Überraschungen sind im Verlauf der Geschichte, die beide Arten zusammenbrachte, ausgeblieben. Der Mensch hat das Tier entweder domestiziert oder getötet, das Tier den Menschen mit seinen Mitteln hier und da zur Räson zu bringen versucht. Annäherungen gab (und gibt) es immer wieder, vor allem Füchse schleichen sich mit einer fröhlich-naiven Neugier wieder in zivilisatorische Gefilde, ohne Furcht und Schrecken, allerdings mit genügendem Abstand.
Was aber «die Welt ohne uns» wäre, das zumindest steht auf einem anderen Blatt Papier. Der US-amerikanische Autor Alan Weisman hat ein ziemlich kluges Buch über die Frage geschrieben, was mit unserem Planeten geschehen würde, wenn der homo sapiens von ihm verschwände. Die Aussichten sind nicht eben schlecht.
Auf dem Vorhang im Bühnenhintergrund am Musiktheater im Revier kann man bestaunen, wie eine solche «Welt» verfasst wäre: Hunderte Buchen (die noch vor 6500 Jahren sage und schreibe 40 Prozent Europas bedeckten) hat Bühnenbildnerin Heike Scheele dorthin projiziert. Ein (beinahe finnisches) Idyll von unnachahmlicher Anmut – und zugleich imaginierter Lebensraum für all jene niedlichen ...
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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Jürgen Otten
JUBILARE
Stuart Burrows kam am 7. Februar 1933 im walisischen Cilfynydd zur Welt. 1963 gab er sein Operndebüt als Ismail in Verdis «Nabucco» in Cardiff. Dort kamen die Rollen von Rodolfo («La bohème»), Macduff(«Macbeth»), Herzog («Rigoletto») und Ernesto («Don Pasquale») hinzu. Bald wechselte er ans Royal Opera House in London, wo er weitere große lyrische Partien...
Meine Güte, hat denn je einer mit clemenza Wahlen gewonnen? Trotz Ciceros Meinung, nichts zieme einem großen Manne mehr als Versöhnlichkeit und Milde, wurde diese Eigenschaft schon zu Römerzeiten vermutlich als Domäne der Schwachen empfunden. Auch in Mozarts «La clemenza di Tito» herrscht Zwiespalt, und die Musik verweist keineswegs auf jene Milde, die der Titel...
Kürzlich ist postum der dritte Band von Günther Rühles «Theater in Deutschland» erschienen. Wie in den vorangehenden Bänden fordert der renommierte Kritiker und Intendant in seiner Theatergeschichte, dass in Inszenierungen die Gegenwart für den Zuschauer spürbar sein müsse; ohne Zeitbezug verlöre das Theater Relevanz. Dass das einem heiklen Balanceakt gleicht, ist...
