Auf der Suche nach dem Gral
Seit ihrem Debüt mit dem «Fliegenden Holländer» in Würzburg 2002 hat Katharina Wagner in Budapest, München, Berlin, Bremen und natürlich in Bayreuth inszeniert. Doch nun: Gran Canaria. Wo bitte? Das Teatro Pérez Galdós in der Inselhauptstadt Las Palmas gehört kaum zu den Fixpunkten der europäischen Opernszene. Es hat 1200 Plätze. Normalerweise werden fertige Produktionen eingekauft – darunter Hochkarätiges wie zuletzt eine «Lady Macbeth von Mzensk» mit Valery Gergievs Petersburger Truppe.
Für «Tannhäuser» wagte das Theater eine Eigenproduktion.
Für Katharina Wagner wurde es eine beschwerliche, aber lohnende Ochsentour, garniert mit freundlichem Applaus für die Regie nach einer chaotisch-turbulenten Probenzeit. Das Tischtuch mit dem Intendanten Juan Cambreleng – er hatte die Verpflichtung der Wagner-Urenkelin vom verstorbenen Vorgänger wohl eher murrend übernommen – ist gründlich zerschnitten; gegenseitige Schuldzuweisungen wurden öffentlich ausgetragen. Doch am Ende zählt, was auf der Bühne zu sehen ist. Und das war die bisher beste Inszenierung Katharina Wagners.
In ihrem ersten «Tannhäuser»-Versuch (gemeinsam mit dem Dramaturgen Carsten Jenß) erzählt sie die Geschichte einer ...
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Man fährt nicht der schönen Stimmen wegen nach Martina Franca. Die Gemeinde neugieriger Melomanen, die sich seit 1975 regelmäßig in der apulischen Barockstadt trifft, treibt Entdeckerlust. Viele lange nicht gespielte Stücke aus Barock, Romantik und Verismo oder bekannte Titel in ungewöhnlichen Fassungen lernt man nur hier kennen. Die Regie arrangiert meist...
Es ist schon fast eine betriebliche Übung in den Medien unseres Landes: Je näher es auf die Bayreuther Festspiele zugeht, desto niedriger ist die Hürde, die eine Nachricht überspringen muss, um eifrig publiziert zu werden. Da wird schon einmal vermeldet, dass Katharina Wagner privat mit Holz-Pellets heizt. Aber es gab auch Wichtiges wie den ersten Warnstreik der...
«Jede Fotografie», schrieb Susan Sontag in ihrer kleinen Philosophie der
Kamerakunst, «ist eine Art Memento mori. Fotografieren bedeutet teilnehmen an der Sterblichkeit, Verletzlichkeit und Wandelbarkeit anderer Menschen (oder Dinge). Eben dadurch, dass sie diesen einen Moment herausgreifen und erstarren lassen, bezeugen alle Fotografien das unerbittliche...
