Auf der Suche nach dem Gral
Seit ihrem Debüt mit dem «Fliegenden Holländer» in Würzburg 2002 hat Katharina Wagner in Budapest, München, Berlin, Bremen und natürlich in Bayreuth inszeniert. Doch nun: Gran Canaria. Wo bitte? Das Teatro Pérez Galdós in der Inselhauptstadt Las Palmas gehört kaum zu den Fixpunkten der europäischen Opernszene. Es hat 1200 Plätze. Normalerweise werden fertige Produktionen eingekauft – darunter Hochkarätiges wie zuletzt eine «Lady Macbeth von Mzensk» mit Valery Gergievs Petersburger Truppe.
Für «Tannhäuser» wagte das Theater eine Eigenproduktion.
Für Katharina Wagner wurde es eine beschwerliche, aber lohnende Ochsentour, garniert mit freundlichem Applaus für die Regie nach einer chaotisch-turbulenten Probenzeit. Das Tischtuch mit dem Intendanten Juan Cambreleng – er hatte die Verpflichtung der Wagner-Urenkelin vom verstorbenen Vorgänger wohl eher murrend übernommen – ist gründlich zerschnitten; gegenseitige Schuldzuweisungen wurden öffentlich ausgetragen. Doch am Ende zählt, was auf der Bühne zu sehen ist. Und das war die bisher beste Inszenierung Katharina Wagners.
In ihrem ersten «Tannhäuser»-Versuch (gemeinsam mit dem Dramaturgen Carsten Jenß) erzählt sie die Geschichte einer ...
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