Auf der Geisterbahn

Korngold: Die tote Stadt in der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf

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Es war eine der Sternstunden der Intendanten-Ära des kürzlich verstorbenen Kurt Horres an der Rheinoper, damals, 1986, als der junge Günter Krämer Erich Wolfgang Korngolds «Tote Stadt» mit Verweisen auf Hitchcocks «Vertigo» als Psychodrama unheilbarer Traumatisierungen aufschlüsselte. Horres läutete damit einen ästhetischen Paradigmenwechsel ein, der an dem bis dato rückständig-konservativen Musentempel überfällig war. Mehr als 35 Jahre dauerte es bis zu einer neuen Lesart.

Wenn dieses in jeder Hinsicht herausfordernde Werk als Barometer für die künstlerische Position des Hauses gelten darf, fällt die Bilanz ernüchternd aus. Entwickelte Krämer weiland mit filmischer Bildsprache eine suggestive Aura (und entfesselte Hans Wallat im Graben einen wahren Klangrausch), wähnt man sich in der aktuellen Produktion in einem schnell abgedrehten Horror-Movie banalster Bauart. 

Regisseur Daniel Kramer werkelt mit grober Keule in absichtsvoll scheußlicher Optik (Bühne und Kostüme: Marg Horwell): Witwer Paul lebt in einer Rumpelkammer, Baumarkt-Plastikplanen decken Wände und Möbel ab, die Fenster sind zugeklebt, Bastelzeug kündet davon, dass er sich offenbar als Puppenbauer, vielleicht aber auch ...

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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Regine Müller

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