Auf Augenhöhe

Seit mehr als 20 Jahren arbeiten Stefan Herheim und Alexander Meier-Dörzenbach eng zusammen. Was verbindet einen Regisseur, der vom Puppenspiel kommt, mit einem Dramaturgen, der für die Oper eine Amerikanistik-Professur aufgegeben hat? Wie tickt das Team, das zuletzt in Glyndebourne «Pélleas et Mélisande» auf die Bühne brachte? Ein Werkstattgespräch

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Sie stehen für eine unorthodoxe, sinnesprall-sinnstiftende Werktreue, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließt, aber immer lange nachklingt: der Regisseur Stefan Herheim und der Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach.

Was befeuert die Teamarbeit des Duos, das zuletzt Debussys «Pelléas et Mélisande» in Glyndebourne, Rossinis «Cenerentola» in Lyon, Bergs «Wozzeck» in Düsseldorf und Tschaikowskys «Pique Dame» in Amsterdam auf die Bühne brachte? Ein Werkstattgespräch

Herr Herheim, Herr Meier-Dörzenbach, seit vielen Jahren arbeiten Sie eng zusammen. Ein Theatermensch, der beinahe Sänger geworden wäre und vom Puppenspiel kommt, und ein musikbegeisterter Philologe und Kunsthistoriker mit einer Schwäche für Kulturgeschichte. Wie haben Sie sich eigentlich gefunden?
Herheim: Das war Zufall. Wir sind uns in einem Hamburger Studentenwohnheim begegnet – und hatten sofort einen Draht.
Meier-Dörzenbach: Wir sind, was unseren akademischen Hintergrund betrifft, wirklich denkbar verschieden. Aber vom ersten Moment an hat uns die Leidenschaft für die Oper verbunden. Und der Wunsch, dieser Leidenschaft für das Musiktheater möglichst breit gefächert auf den Grund zu gehen. Wir merkten ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Interview, Seite 46
von Albrecht Thiemann

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