Die zweite Natur
Sie hat einen weiten Weg hinter sich. Vom Idyll eines Dorfes im US-Bundesstaat Michigan auf die internationalen Bühnen. Dort hat sich Sara Jakubiak vor allem als Interpretin gebrochener, ambivalenter Frauenfiguren einen Namen gemacht, von Prokofjews Polina bis zur «Wozzeck»-Marie, von Tschaikowskys Tatjana bis zur Marta in Weinbergs «Passagierin» und zu Korngolds Heliane.
Ein Gespräch über Spiritualität, Stimmfarben, Inspirationsquellen und «milk toast»-Partien sowie über die Frage, was Nacktheit auf der Bühne bedeutet
Frau Jakubiak, als Titelfigur in Erich Wolfgang Korngolds «Das Wunder der Heliane» haben Sie an der Deutschen Oper Berlin in der vergangenen Saison wahre Wunder vollbracht. Glauben Sie an dergleichen?
Nach dieser Produktion – ja!
Und ganz grundsätzlich?
Als Kind glaubte ich an so etwas wie Wunder, ja selbst noch während meines Studiums. Doch am jetzigen Punkt meines Lebens? Nein. Ich glaube vielmehr an harte Arbeit; daraus können im besten Fall «Wunder» entstehen. Aber vielleicht wird sich das noch einmal ändern, wenn ich sehr alt bin, so wie meine Großmutter, die kürzlich 99 Jahre alt geworden ist und tatsächlich an Wunder glaubt.
Ist Spiritualität ein Thema für ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Interview, Seite 62
von Jürgen Otten
Es ist allemal löblich, wenn Opernfestivals wie jenes in Heidenheim an der Brenz das frühe Schaffen Giuseppe Verdis systematisch durchforsten. In diesem Jahr ergab sich gar die reizvolle Kombination von «Nabucco» (1842) und «I Lombardi alla prima crociata» (1843). Vor dem Hintergrund des Risorgimento, dem Streben nach nationaler Einheit und Unabhängigkeit Italiens,...
Wozu braucht Mimì einen Muff, bei 86 Grad Fahrenheit? Warum stopft der Dichter Rodolfo sein Manuskript in die gusseiserne Bullerofenatrappe, dass die Flammen hell aufschlagen, während ringsum ein Hitzegewitter aufzieht? Und wieso hat Andris Nelsons für diese einmalige konzertante Luxusaufführung von «La Bohème» in The Shed, an der er zuvor tagelang probte und...
Die 26-jährige italienische Sopranistin Francesca Aspromonte, die sich in der Alte-Musik-Szene bereits einen Namen gemacht hat, legt mit dieser CD ihr Debütalbum vor und beeindruckt vom ersten bis zum letzten Ton. Sie besitzt eine warme, dunkel timbrierte Stimme von individueller Qualität, ist technisch versiert, singt mit gezügeltem, stets bewusst eingesetzten...
