Artists in resistance
Über den kulturellen Kahlschlag, den die Landesregierung von Sachsen-Anhalt im vergangenen Juni beschlossen hat, ist in den letzten Monaten viel zu lesen gewesen. Dessau trifft es besonders hart: Hier sollen die Sparten Schauspiel und Ballett ganz eingespart werden.
Jetzt haben sich Intendant André Bücker und das Ensemble mit den Mitteln des Theaters gegen den Kahlschlag zur Wehr gesetzt. Das 22.
Kurt Weill Fest bot dafür die ideale Plattform, auch wenn nicht die «Dreigroschenoper» gegeben wurde, sondern die ihr zugrunde liegende «Beggar’s Opera» von John Gay und Johann Christoph Pepusch aus dem Jahr 1728. In Abwandlung des Titels «Artist in residence» bezeichneten sich Schauspieler und Musiker als «Artists in resistance».
In der Dessauer Fassung ist die «Beggar’s Opera» nur noch Aufhänger für eine kulturpolitische Demonstration. Der Dramaturg Andreas Hillger hat in die bekannte Handlung einen Ministerialdirigenten namens Hopeman eingeschleust, der die Schauspieler nachhaltig daran hindert, ihre Arbeit zu tun, mit unsachgemäßen Kommentaren, kuriosen Einsparungsvorschlägen und ungebetener Berufsberatung für die Zeit nach der Schließung: eine Collage von Originalzitaten der Politiker ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Ekkehard Pluta
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