Apropos...Färberin: Eva Johansson
Frau Johansson, die «Frau ohne Schatten» berührt ein Thema, das für jede Sängerin heikel ist: das Kinderkriegen. War das für Sie persönlich auch ein Thema?
Ach, zum Kinderkriegen hatte ich während meiner ganzen Karriere niemals Lust. Ich habe mich da an den Spruch meiner Kollegin Birgit Nilsson gehalten «Man kann nicht beides: Mehl im Mund haben und blasen.»
Sie haben bislang die Kaiserin gesungen und wechseln jetzt zur Färberin. Welche der beiden Figuren steht Ihnen näher?
Eindeutig die Färberin.
Die Kaiserin ist für mich eher eine Abenteuer-Figur und wie der Kaiser irgendwie alterslos, während ich in der Färberin ein bodenständiges junges Mädchen sehe, dessen Sehnsucht nach der großen Liebe ich gut nachvollziehen kann. Nur braucht sie am Ende des zweiten Aktes einfach eins auf die Nuss, damit sie kapiert, dass sie schon einen ganz tollen Mann hat.
Bedeutet der Wechsel zur Färberin, dass Sie die Kaiserin ganz aufgeben?
Man kann nur eine von beiden singen, und mit meinen 51 Jahren fühle ich mich stimmlich jetzt einfach als Färberin. Die Brünnhilden und Elektras, auf die ich mich in den letzten Jahren konzentriert habe, waren praktisch schon die Vorbereitung auf die Färberin – mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dazu gehört Mut: Zum 80. Geburtstag von Hermann Prey hat sich seine Familie kein ehrpusseliges TV-Denkmal gewünscht, sondern ein Porträt aus der teils freudesatten, teils aber auch schmerzlichen Erinnerung – und dazu den wichtigsten Teil selbst beigetragen. Martin Blum und Michael Harden haben die Idee aufgegriffen und sensibel umgesetzt. Man sieht den Bariton also...
Herbstlaub, Asche, Staub. Acht betongraue Himmelstürme ragen in den Schnürboden. Bleischwer ist die Luft, von den Klagelauten aus den Büchern Jesaja und Jeremia und vom Gehämmer der Trümmerfrauen. Alles schmeckt hier nach Apokalypse, nach Endzeit – die Sprache, die Geräusche, die Musik, der Raum. «Am Anfang» hat Anselm Kiefer seine Installation für die Pariser...
Für Tschaikowskys Kurzoper «Jolanthe» waren Rolando Villazón und Anna Netrebko im Festspielhaus Baden-Baden wieder einmal als Traumpaar gebucht, ehe der mexikanische Tenor im Februar seinen Auftritt wegen akuter Stimmbandprobleme absagte. Glücklich ist das Publikum nach der glanzvollen Eröffnung der Sommerfestspiele trotzdem geworden. Denn Anna Netrebko setzt nach...
