Apropos...Färberin: Eva Johansson
Frau Johansson, die «Frau ohne Schatten» berührt ein Thema, das für jede Sängerin heikel ist: das Kinderkriegen. War das für Sie persönlich auch ein Thema?
Ach, zum Kinderkriegen hatte ich während meiner ganzen Karriere niemals Lust. Ich habe mich da an den Spruch meiner Kollegin Birgit Nilsson gehalten «Man kann nicht beides: Mehl im Mund haben und blasen.»
Sie haben bislang die Kaiserin gesungen und wechseln jetzt zur Färberin. Welche der beiden Figuren steht Ihnen näher?
Eindeutig die Färberin.
Die Kaiserin ist für mich eher eine Abenteuer-Figur und wie der Kaiser irgendwie alterslos, während ich in der Färberin ein bodenständiges junges Mädchen sehe, dessen Sehnsucht nach der großen Liebe ich gut nachvollziehen kann. Nur braucht sie am Ende des zweiten Aktes einfach eins auf die Nuss, damit sie kapiert, dass sie schon einen ganz tollen Mann hat.
Bedeutet der Wechsel zur Färberin, dass Sie die Kaiserin ganz aufgeben?
Man kann nur eine von beiden singen, und mit meinen 51 Jahren fühle ich mich stimmlich jetzt einfach als Färberin. Die Brünnhilden und Elektras, auf die ich mich in den letzten Jahren konzentriert habe, waren praktisch schon die Vorbereitung auf die Färberin – mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit seiner 126. Bühnenrolle gab Plácido Domingo im März 2008 an Madrids Teatro Real ein überraschendes Debüt. Der Bajazet im «Tamerlano», den Domingo anschließend auch in London und Washington präsentierte, war die erste Händel-Rolle des damals 67-Jährigen überhaupt – ein mutiger Schritt für einen Sänger, der bis dahin selbst Mozart nur ausnahmsweise («Idomeneo»)...
Die keusche Jungfrau kommt von rechts. Irrlichternd ihr Blick, ängstlich an den Körper gepresst Hände und Gebetbuch, unsicher der Gang. Kein Zweifel, sie fühlt sich unwohl in diesem Umfeld, inmitten der Heiden, unfrei, beklommen. Zum Glück ist da ein Stuhl, er bietet Schutz, aber nur für Sekunden. Denn sofort nimmt direkt neben ihr breitbeinig der römische...
Selten hat ein belletristisches Buch in der Musikgeschichte mehr Aufsehen erregt als Thomas Manns im amerikanischen Exil entstandener Roman «Doktor Faustus». Auch wer den Lübecker Senatorensohn und seine «Bügelfaltenprosa» (so neidisch, aber nicht ganz unzutreffend Alfred Döblin) für literarisch überschätzt hält, muss konzedieren, dass ihm mit der Erfindung des...
