Apropos ... Papst
Frau Silja, in unserem letzten «Opernwelt»-Gespräch, das 1994 erschien, sagten Sie, es reize Sie auf der Bühne nur noch das «Unmachbare». Was ist das konkret?
Das «Unmachbare» ist nicht erklärbar, ebenso wenig wie die großen Gefühle. Sie trotzdem ohne falsches Pathos umzusetzen, ist für mich das Faszinierende der Oper.
Sie haben sich vor einigen Jahren taufen lassen und sind heute überzeugte Katholikin.
Wie kam es dazu?
Die Beschäftigung mit Poulencs Oper «Dialogues des Carmélites», die ich zum ersten Mal 2003 in Nikolaus Lehnhoffs Inszenierung in Hamburg gesungen habe, faszinierte mich so, dass ich eine ganz neue Sicht auf die Welt des Glaubens gewonnen habe, die mir bis dahin weitgehend unbekannt war. Die wahre Geschichte dieser sechzehn Nonnen zur Zeit der Französischen Revolution hat mich tief bewegt. Hätte ich keine Kinder, dann hätte ich mir vorstellen können, nach dieser emotionalen Erfahrung in ein Kloster einzutreten.
Warum der Katholizismus? Buddhismus ist doch viel mehr up to date.
Mit dem Buddhismus verbindet mich gar nichts. Er ist mir fremd und gehört nicht zu unserem Kulturkreis, auch wenn er jetzt in Mode ist. Die Lehren des Katholizismus dagegen sind mir vertraut. ...
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