Apropos... Kulturschock
Herr Ott, Ihr Familienname klingt deutsch ...
Ich stamme aus Pennsylvania. Dort leben viele Einwanderer aus Deutschland und deren Nachkommen. Meine Vorfahren sind aus dem schwäbischen Raum nach Amerika ausgewandert. Aber das ist jetzt sechs Generationen her.
Haben Sie auch wegen dieser Wurzeln zur Oper gefunden?
Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen. Als ich mit 18 ans College ging, um mich als Musiklehrer ausbilden zu lassen, hatte ich noch keine einzige Oper gehört.
Mein erster Gesangslehrer, mit dem ich noch heute arbeite, hat mir die Augen und Ohren geöffnet. Meine erste Opernvorstellung habe ich mit 19 gesehen, Rossinis «Barbiere» an der Met in New York. Das hat mein Leben verändert. So ging es los.
Sie verfügen über eine sehr helle, leichte Baritonstimme. Stand das Fach von Anfang an fest?
Nein. Während der ersten vier Monate meines Studiums dachte ich, ich sei ein Tenor. Die hohen Töne waren da, aber es passte nicht. Die Stimme fühlte sich da oben nicht wohl, es fehlte die natürliche Festigkeit.
Sie haben an etlichen Gesangswettbewerben teilgenommen. Ein Muss?
Das Wichtigste ist, von vielen Leuten im Opernbetrieb gehört zu werden. Dafür sind Wettbewerbe ein ...
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Opernwelt Juli 2020
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Götz Thieme
Liebhaber deutscher Bühnenkunst in Argentinien hatten sich zu gedulden im April 1929: «Alexander Moissi [ist] mit anderen Passagieren an Bord eines Ozeandampfers leicht an Gelbfieber erkrankt. Das Schiff mußte deshalb in Buenos Aires in Quarantäne gehen und Moissi war gezwungen, sein Gastspiel im dortigen Theater zu verschieben.» Wie heute erwiesen sich Schiffe als...
Natürlich hat Goethes Theaterdirektor recht: «Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen. Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus.» In diesen unerfreulichen Zeiten hätte man freilich auch Lust, der Hochsprache des Dichterfürsten den phonetischen Kiezjargon Bora Dagtekins...
Er war der letzte Zeuge einer großen Epoche französischer Gesangskunst. 1924 im südfranzösischen Béziers geboren, erhielt Gabriel Bacquier seine Ausbildung am Pariser Conservatoire und trat 1953 am Brüsseler Théâtre de la Monnaie sein erstes festes Engagement an. 1956 wechselte er an die Pariser Opéra Comique und wurde drei Jahre später Mitglied der Opéra, deren...
