Apropos... Kulturschock

Seit zwei Jahren gehört er zum Ensemble der Stuttgarter Staatsoper. Das (Künstler-)Leben in Europa war für den amerikanischen Bariton Jarrett Ott am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig. Die Anforderungen des Repertoirebetriebs, die manchmal raue Ästhetik des sogenannten Regietheaters. Aber inzwischen weiß der 32-jährige Newcomer durchaus zu schätzen, was in seiner Heimat als unerhört gilt

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Herr Ott, Ihr Familienname klingt deutsch ...

Ich stamme aus Pennsylvania. Dort leben viele Einwanderer aus Deutschland und deren Nachkommen. Meine Vorfahren sind aus dem schwäbischen Raum nach Amerika ausgewandert. Aber das ist jetzt sechs Generationen her.

 

Haben Sie auch wegen dieser Wurzeln zur Oper gefunden?

Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen. Als ich mit 18 ans College ging, um mich als Musiklehrer ausbilden zu lassen, hatte ich noch keine einzige Oper gehört.

Mein erster Gesangslehrer, mit dem ich noch heute arbeite, hat mir die Augen und Ohren geöffnet. Meine erste Opernvorstellung habe ich mit 19 gesehen, Rossinis «Barbiere» an der Met in New York. Das hat mein Leben verändert. So ging es los.

 

Sie verfügen über eine sehr helle, leichte Baritonstimme. Stand das Fach von Anfang an fest?

Nein. Während der ersten vier Monate meines Studiums dachte ich, ich sei ein Tenor. Die hohen Töne waren da, aber es passte nicht. Die Stimme fühlte sich da oben nicht wohl, es fehlte die natürliche Festigkeit.

 

Sie haben an etlichen Gesangswettbewerben teilgenommen. Ein Muss?

Das Wichtigste ist, von vielen Leuten im Opernbetrieb gehört zu werden. Dafür sind Wettbewerbe ein ...

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Opernwelt Juli 2020
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Götz Thieme

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