Denkt ins Offene, Freunde!
Herr Friedrich, Ihr Entwurf für die Erweiterung des Theaterhauses Stuttgart nimmt sich geradezu bescheiden aus. 2018 hat Ihr Büro die Machbarkeitsstudie für die Sanierung der Städtischen Bühnen in Frankfurt vorgelegt und einen Bedarf von 900 Millionen Euro ermittelt. Ein Neubau wäre wohl sehr viel preiswerter. Sie bemängeln immer wieder die Explosion der Baukosten.
In der Tat. Mit dieser Studie haben wir in Frankfurt eine Welle ausgelöst, die bis nach Stuttgart, Düsseldorf, Zürich und Berlin schwappte.
Wir waren von der Stadt aufgefordert, die Sanierung des Baubestands der Städtischen Bühnen zu evaluieren. Genau das haben wir gemacht, dabei allerdings die Wünsche der Stadt und der Theaterleute mit eingepreist. Es ging noch gar nicht um die architektonische Gestalt des Ganzen. Manchen Politikern war gar nicht klar, dass nur die Wiederherstellung, Ertüchtigung und technische Modernisierung der Frankfurter Doppelanlage aus den 1960er-Jahren knapp eine Milliarde Euro kosten würde. Und von außen wäre davon nichts zu erkennen. Hier stellt sich natürlich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit solcher Bauten: Wollen wir mit gewaltigem Aufwand ein veraltetes Theatermodell konservieren oder ...
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Opernwelt Juli 2020
Rubrik: Thema: Theatersanierung, Seite 45
von Karin Winkelsesser
61. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752335
REDAKTION OPERNWELT
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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REDAKTION
Jürgen Otten (V. i. S. d. P.)
Albrecht Thiemann
REDAKTIONSBÜRO
Andrea Kaiser | redak...
Herr Beczała, stehen Sie gerade vor einem Fachwechsel?
Wechsel ist das falsche Wort, eher Erweiterung. Das passiert in meiner Karriere allerdings schon seit geraumer Zeit. Der Lohengrin etwa passt in dieses Muster. Auch «Un ballo in maschera» ist eine klare Vorbereitung für die nächsten Schritte. Und demnächst der Radames in «Aida».
Laut ihrer Webseite zählen...
Herr Manacorda, Sie haben im Frühjahr, kurz vor Ausbruch der Corona-Krise, am Brüsseler Théâtre La Monnaie noch Mozarts drei Da-Ponte-Opern als zusammenhängenden Zyklus dirigiert, den Jean-Philippe Clarac und Olivier Delœuil als verzahnte Fortsetzungsgeschichte erzählen. Wie lange haben Sie sich auf dieses Experiment vorbereitet?
Insgesamt mehr als zwei Jahre! Ein...
