Apropos ... Grenzerfahrungen
Herr Falk, wird man nicht verrückt, wenn man auf der Bühne permanent in existenziellen Nöten steckt? Brauchen Sie manchmal psychologischen Beistand? (lacht) Das ist ja mal eine Frage! Aber im Ernst: Ich glaube, dadurch, dass ich mich immer schon für Grenzerfahrungen interessiere, suchen mich diese Rollen.
Wie nähern Sie sich solchen Rollen? Ganz aktuell Thomas, der den Tod seines Lebenspartners miterlebt und verkraften muss.Bei guter Musik und gutem Text spricht es zu mir.
Die emotionalen Zustände und Konflikte schälen sich dann automatisch aus mir heraus und drängen nach Ausdruck. Die Vorinterpretation eines Zustandes durch Musik und Text evoziert bei mir den Ausdruck. Ich versuche erst gar nicht zu analysieren, weil bei einer Grenzerfahrung, die aus dem Unterbewussten kommt, die Ratio im Wege steht.
Einen Menschen zu spielen, dessen Lebenspartner auf der Intensivstation stirbt, ist nicht verstörend? Für mich ist es das überhaupt nicht. Die szenischen Proben haben allerdings noch nicht begonnen. Da kann natürlich noch Abenteuerliches passieren. Bei der Auseinandersetzung mit dem Stoff spielt das Schwulsein für mich gar keine Rolle. Es geht um einen Menschen, der einen geliebten ...
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Opernwelt April 2022
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Sabine Weber
Gerald Barry, Jahrgang 1952, ist der wohl bekannteste lebende E-Musik-Komponist Irlands. Er studierte bei Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und Friedrich Cerha. Elektronik und Spiritualität, Witz und Aktionismus – sowie souveränes Handwerk: So könnte man vielleicht die jeweiligen Haupt-Eigenheiten der drei genannten Komponisten, die diese wohl auch pädagogisch...
Ulrich Schreiber hatte, wie meist, recht. Verdis «Don Carlos» ist und bleibt das «Phantom einer Oper», ein «Hauptwerk des 19. Jahrhunderts», das aufgrund seiner vielen Fassungen immer wieder in anderer Gestalt auftritt. Auch in Basel. Die Neuproduktion beruft sich auf die Pariser Version von 1867, arbeitet aber mit Strichen und Modifikationen. Und so beginnt der...
Tora Augestad ist nicht zu fassen. Ein bisschen erinnert eine Begegnung mit ihrer Kunst an die Erkundung von Herzog Blaubarts Schloss: Mehrere «Türen» gibt es da, die man ganz behutsam öffnet, im Glauben, endlich auf den Schatz (oder zumindest auf irgendeine Erkenntnis) zu treffen, um dann doch jedes Mal ziemlich überrascht davon zu sein, was man in den Räumen...
