Buch des Monats: Ein wunderbares Pilzgeflecht

Robert Maschka beschreibt anschaulich und kenntnisreich Wesen und Kern des Œuvres von Manfred Trojahn

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Im Quartett der bedeutendsten deutschen Opernkomponisten nach 1945 (Helmut Lachenmann zählt in eine andere Kategorie, sein «Mädchen mit den Schwefelhölzern» bleibt genuin fremdartiges musiktheatrales Unikat) hat Manfred Trojahn, so seltsam es anmutet, immer «nur» den undankbaren vierten Platz belegt, hinter Hans Werner Henze, Wolfgang Rihm und Aribert Reimann.

Mit den Genannten verbindet ihn Unterschiedlichstes: mit Henze eine innige Liebe zu Italiens Kultur, mit Reimann die heute seltene Fähigkeit, zeitgenössisch und doch melodieselig für Stimmen schreiben zu können, mit Rihm das Talent zur Musikschriftstellerei und intellektuellen Reibung. Erstmals bewundern durfte man dies 2006, als Trojahns «Schriften zur Musik» erschienen. Nicht nur fiel bereits hier des Komponisten Liebe zum Dichter René Char ins Gewicht, auch die manifesten Skrupel, über Musik schreiben zu können, ja, es überhaupt zu wollen, fanden überaus beredten Ausdruck.

Insofern gebührt jedem Autor Respekt, der Manfred Trojahn und dessen Œuvre zu würdigen sucht: Er begibt sich in Gefahr und auf nachhaltig besetztes Terrain. Robert Maschka tut es mit beeindruckend souveräner Lässigkeit, einem eklatanten Fachwissen und ...

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Opernwelt April 2022
Rubrik: Hören, sehen, lesen, Seite 35
von Jürgen Otten

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