Apropos... Fachwechsel

Jennifer Larmore, geboren 1958 in Atlanta, galt lange Zeit als Rossini-Girl ohne Verfallsdatum und schlechte Laune. Jetzt singt sie erstmals die Küsterin in einer neuen Berliner «Jenufa» (ab 4. März) – und kurz danach Verdis Lady Macbeth in Genf

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Frau Larmore, warum werden Ihre Rollen plötzlich böse?

Es war fällig. Aber ich bin fast sicher, dass ich mit mehr grauen Haaren als jetzt daraus hervorgehen werde.

Vor allem bedeutet die Rolle der Küsterin einen Fachwechsel!?

Ich sehe es eher so, dass ich meinen bisherigen Rollen eine neue hinzufüge. Dass die Küsterin funktioniert, hat mich übrigens gar nicht so überrascht. Aber Lady Macbeth! Ich wusste nicht einmal, dass ich ein hohes D habe. Übrigens darf die Küsterin nicht geschrien werden. Sie ist keine böse Hexe.

Sie zieht nur auf fatale Weise die falschen Schlüsse aus einer Situation. Ich würde die Rolle nicht als «schweres Fach», sondern eher als «heftiges Fach» bezeichnen. Mit Donald Runnicles, meinem alten Freund, wird’s ein Traum!

Haben Sie es als Komödiantin mit tragischen Rollen schwerer – oder leichter?

Leichter! Tragödie und Komödie, das sind doch zwei Seiten derselben Münze. Der Unterschied ist nur der: Tragisch sein können alle. Wenn du aber nicht komisch bist, dann bist du eben einfach nicht komisch.

Ihre letzte Rossini-Rolle war Cenerentola im Jahr 2008. Vorbei?

Nein, die nächsten Rossinis sind schon geplant. Nur Rosina, glaube ich, ist mehr was für junge Dinger. ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser

Vergriffen
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