Zertanzt
Nach den Komödien «Les Paladins» und «Platée» in den letzten beiden Spielzeiten hat die Deutsche Oper am Rhein ihren Rameau-Zyklus jetzt mit der 1737 entstandenen Tragédie en musique «Castor et Pollux» abgeschlossen. Rameau greift für den mythologischen Stoff der antiken Dioskuren die hybride Mischform der opéra-ballet auf, die Lully am Ende des 17. Jahrhunderts für den Sonnenkönig erfunden hatte, integriert aber die dort noch additiven Tanzeinlagen in die dramatische Handlung.
Aktion und Ballett, Gesang und Tanz sind bei ihm keine Gegensätze mehr, sondern summieren sich zu einem barocken Gesamtkunstwerk aus Deklamation und Airs, Chören und Ensembles, kleinen eingestreuten Tanzsätzen und den breit ausgeführten, die Akte beschließenden Ballettdivertissements. In Düsseldorf hat man darum, anders als bei «Les Paladins» und «Platée», auch keine Kompromisse, sondern ganze Sache gemacht und die künstlerische Verantwortung für Regie wie Choreografie Martin Schläpfer, dem Ballettchef des Hauses, übertragen.
Schläpfer seinerseits hat sich als Mitstreiterin rosalie geholt, und ihre den Barockzauber ins Postmoderne wendende Fantasie ist es, die der Aufführung ihr Gesicht gibt. Der Raum wird ...
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Katastrophal. Man hört dieses Wort oft, wenn man derzeit mit Theaterleuten in Mecklenburg-Vorpommern spricht. Zu oft, um es als Jammerruf oder Panikmache empfindlicher Künstlerseelen abzuhaken. Es sieht tatsächlich nicht gut aus für die Bühnen zwischen Stralsund und Greifswald, Schwerin und Rostock, Neubrandenburg und Anklam. Anfang der neunziger Jahre hat das Land...
Frau Larmore, warum werden Ihre Rollen plötzlich böse?
Es war fällig. Aber ich bin fast sicher, dass ich mit mehr grauen Haaren als jetzt daraus hervorgehen werde.
Vor allem bedeutet die Rolle der Küsterin einen Fachwechsel!?
Ich sehe es eher so, dass ich meinen bisherigen Rollen eine neue hinzufüge. Dass die Küsterin funktioniert, hat mich übrigens gar nicht so...
Nun ist sie also abgeschlossen, die neue «Ring»-Produktion an der Met: Zwar nimmt sich die «Götterdämmerung» in Robert Lepages Regie optisch abwechslungsreicher aus als die vorangegangenen drei Teile, doch die wunderlich-aufwändige, als «The Machine» bekannt gewordene Bühnenkonstruktion von Carl Fillion und seinem Team wirft nach wie vor mehr gestalterische...
