Apropos... Bühnentier
Arbeiten Sie eigentlich immer noch mit einem Gesangslehrer?
Ich habe zwei! Gerald Martin Moore in New York. Und Kiri Te Kanawa. Sie ist mein Idol seit meiner Kinderzeit. Ich sehe sie leider jetzt nicht mehr so oft, aber ich tue mein Möglichstes.
Ist es schwierig, sie nicht nachzuahmen?
Kiri kann man nicht nachahmen. Wenn sie in meiner Stunde singt, ist das so irrsinnig gut, dass ich immer denke, am besten springe ich gleich aus dem Fenster. Meine Stimme verändert sich gerade. Ich fühle, wie sie größer wird.
Mir scheint, da will etwas herauskommen.
Pushen Sie Ihre Stimme in eine bestimmte Richtung?
Nein. Ich habe mit acht angefangen, habe also schon eine relativ lange Karriere hinter mir. Immer bekam ich zu hören, dass ich reifer klinge. Als ich 15 war, hieß es: «Sie singt wie 25.» Als ich Barbarina an der Met gesungen habe, sagten manche: «Da kündigt sich eine Gräfin an.» Das schmeichelt, ist aber gefährlich. Ich muss darauf achten, dass ich mich mit meiner Stimme vorsichtig voranbewege – und ihr nicht vorauseile.
Sie feiern große Erfolge mit Händel. Haben Sie eine Barockstimme?
Meiner Meinung nach nein. Meiner Erfahrung nach allerdings ja. Es gibt so viele verschiedene stilistische ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel
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