Ans Herz gegriffen

Puccini: La Bohème KAISERSLAUTERN | PFALZTHEATER

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Der Tod kommt in Puccinis «La Bohème» erbarmungslos schlicht daher: ein knapper Harmoniewechsel ohne Trost und Verklärung. Als Mimì stirbt, fällt sie einfach vom Stuhl und bleibt zusammengekrümmt in der Mitte der Bühne liegen. Rodolfo und seine Künstlerfreunde werden in Hans Walter Richters Inszenierung mit der gesamten Kulisse von ihr weggerissen und ins Bühnen-Off gezogen. Ein eindrucksvolles Bild, das die unüberwindliche Kluft zwischen den Lebenden und den Toten deutlich macht.

Der Regisseur weiß, wo er ansetzen muss, um ans Herz zu greifen, ohne ins Sentimentale abzugleiten.

Die von Henri Burgers Roman «Scènes de la vie de Bohème» inspirierte Oper ist die wohl tränentreibendste des gesamten Repertoires, doch scheint ihr emotionaler Brennwert in Richters Deutung noch einmal gesteigert. Dabei verweigert der Regisseur konsequent alle Zutaten des modernen Regietheaters. Keine Aktualisierung, keine psychologisierende Symbolik, keine Erweiterung der Erzähldimension. Stattdessen setzen der Regisseur und sein Ausstatter Bernhard Bruchhardt auf ein traditionelles Bühnen- und Kostümbild in der naturalistischen Ästhetik vergangener Jahrzehnte. An den schmutzigen Wänden der ärmlichen ...

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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Silvia Adler

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