Am Scheideweg

Uwe Schweikert über 20 Jahre Rossini-Festival in Bad Wildbad

Das Rossini-Festival, das seit 1989 alljährlich im Schwarzwaldkurort Bad Wildbad stattfindet, hat sich in den zwanzig Jahren seines Bestehens zu einem Geheimtipp unter Belcanto-Liebhabern gemausert und kann, jedenfalls in musikalischer Hinsicht, durchaus mit den größeren Festspielen in Rossinis Geburtsort Pesaro mithalten. Zwar lassen die örtlichen Gegebenheiten – das behelfsmäßig als Theater genutzte Kurhaus und das kleine, gerade einhundertfünfzig Zuschauer fassende gründerzeitliche Kurtheater – keine weiten Sprünge zu.

Umso überzeugender ist die Pro­grammkonzeption des Intendanten Joachim Schönleber, sich auf unbekannte oder selten gespielte Opern Rossinis zu konzentrieren und diese durch Raritäten von Vorläufern oder Zeitgenossen des Namenspatrons zu ergänzen.
Im Jubiläumsjahr fiel die Wahl auf Rossinis erst durch Verdi ins Abseits gedrängten «Otello» sowie die Urauffüh­rung von Giovanni Pacinis «Don Giovanni». Ergänzt wurde das Programm durch die konzertante Festaufführung von Rossinis populärer Buffa «L’italiana in Algeri» unter der Leitung Alberto Zeddas sowie ein Festkonzert, für das Wolfgang Rihm Rossinis «Edipo a Colonno» mit einer Neukomposition zum «Ödipus auf Kolonnos» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele I, Seite 34
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wielands Brangäne

Die amerikanische Mezzosopranistin Grace Hoffman, die am 26. Juli 2008 im Alter von 82 Jahren in Stuttgart gestorben ist, war gewiss keine Künstlerin, die in die Annalen des Gesangs eingeht. Aber sie war eine Vertreterin jener im Zeitalter des musikalischen Jetsets rar gewordenen Spezies, die trotz aller internationalen Gastverpflichtungen über mehr als dreißig...

Schön erzählt

Wer kann, der kann. Kopenhagen hat in den vergangenen Jahren mit durchweg haus­eigenen Kräften einen «Ring» auf die Beine gestellt, der länger in Erinnerung bleiben wird als so manche Bayreuther Produktion nach Chéreau. Der dänische Regisseur Kasper Bech Holten erzählt die verschlungene, über Generationen wirkende Geschichte als Rückblende aus der Sicht...

Von Schuld und Sühne, Tod und Leben

Der Titel sticht ins Auge, noch bevor die Ohren angeschaltet sind. «Gods, Kings & Demons» – so prangt, neben kosmisch-solarer Scheibe, das wohlgewählte Wort-Dreigestirn auf dem Booklet der ersten Soloaufnahme des deutschen Bassisten René Pape mit der Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Sebastian Weigle. Es sei dies, erfahren wir dann von Pape, eine...