Alte Meister, neue Klänge
Die Idee, bildende Künstler mit dem «Parsifal» in Verbindung zu bringen, ist so alt wie das Stück selbst. Richard Wagner wünschte sich Arnold Böcklin als Ausstatter der Uraufführung. Böcklin besuchte die Familie Wagner 1880 in Neapel. Eine Zusammenarbeit scheiterte letztlich daran, dass der Maler wenig von einer Verschmelzung der Künste hielt. Viel später hat Richard Peduzzi in seinem Bühnenbild für Patrice Chéreaus «Ring» die Böcklin’sche Vision der «Toteninsel» zum Walkürenfelsen umgeformt.
Dass Wagner der Malerei große Bedeutung zumaß, hat nicht nur mit der Hängerbühne seiner Zeit zu tun, sondern mit seiner Vorstellung von Kommunikation im Theater. Was da – idealisiert und damit verfremdet – auf der Bühne zu sehen sein sollte, hatte eine Sinnbild-Funktion: Der Zuschauer sollte jenseits aller kognitiven und hermeneutischen Aspekte gepackt werden. Man kann es auch so sagen: Gerade da, wo uns Wagners Theatervorstellung heute fremd vorkommt, hat sie durchaus moderne Aspekte. Es ist, auch wenn es oft behauptet wird, keineswegs so, dass Wagners Bühne erst durch Abstraktion und Lichträume zu sich selbst kam. Und so gehören zum «Parsifal» seit jeher auch Maler; herausragend etwa die ...
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Fast 400 Jahre alt ist das Stück, aber es wirkt, als stamme es von heute. Tatsächlich zeigt «L’incoronazione di Poppea» eine Versammlung von Menschen, die nichts anderes kennen als das Ich. Sei es im Rom Kaiser Neros einige Jahrzehnte nach Christi Geburt, sei es im mächtigen, übersatten Venedig des Komponisten Claudio Monteverdi, sei es heute, im Zeitalter der...
Zweieinhalb pausenlose Stunden dauert die Vorstellung von Sergej Prokofjews «Spieler» im Antwerpener Opernhaus, und auf der Bühne gibt es nur Verrückte. Die Emotionen der Spielsüchtigen von Roulettenburg kochen permanent über. Deshalb fließt das bernsteingoldene Palm Royale bei der Premierenfeier danach wohltuend durch die Kehle. Auch Aviel Cahn, der Intendant...
Ferruccio Busonis 1925 uraufgeführter «Doktor Faust» gehört zu den großen Bekenntniswerken des Musiktheaters aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bekenntnisse sind bekanntlich von theatralisch sprödem Stoff und haben es entsprechend schwer auf der Bühne, sodass dieses faszinierend-problematische Stück, das Busoni über ein Jahrzehnt beschäftigte und dennoch...
