Alte Meister, neue Klänge
Die Idee, bildende Künstler mit dem «Parsifal» in Verbindung zu bringen, ist so alt wie das Stück selbst. Richard Wagner wünschte sich Arnold Böcklin als Ausstatter der Uraufführung. Böcklin besuchte die Familie Wagner 1880 in Neapel. Eine Zusammenarbeit scheiterte letztlich daran, dass der Maler wenig von einer Verschmelzung der Künste hielt. Viel später hat Richard Peduzzi in seinem Bühnenbild für Patrice Chéreaus «Ring» die Böcklin’sche Vision der «Toteninsel» zum Walkürenfelsen umgeformt.
Dass Wagner der Malerei große Bedeutung zumaß, hat nicht nur mit der Hängerbühne seiner Zeit zu tun, sondern mit seiner Vorstellung von Kommunikation im Theater. Was da – idealisiert und damit verfremdet – auf der Bühne zu sehen sein sollte, hatte eine Sinnbild-Funktion: Der Zuschauer sollte jenseits aller kognitiven und hermeneutischen Aspekte gepackt werden. Man kann es auch so sagen: Gerade da, wo uns Wagners Theatervorstellung heute fremd vorkommt, hat sie durchaus moderne Aspekte. Es ist, auch wenn es oft behauptet wird, keineswegs so, dass Wagners Bühne erst durch Abstraktion und Lichträume zu sich selbst kam. Und so gehören zum «Parsifal» seit jeher auch Maler; herausragend etwa die ...
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59. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von
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Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea Kaiser...
Schlag nach bei Shakespeare: «Better once than never, for never too late.» Dies sagt freilich nicht Othello, sondern Petruchio in «The Taming of the Shrew». Doch das Zitat zielt hier ohnehin nicht aufs Stück, sondern auf mögliche Überlegungen von Jonas Kaufmann, dem Debütanten in der Titelpartie von Verdis «Otello» in dieser Produktion an Covent Garden.
Einmal...
Je unpoetischer eine Nation oder Zeit ist, desto leichter sieht sie Scherz für Satire an, so wie sie umgekehrt die Satire mehr in Scherz verwandelt, je unsittlicher sie wird.» Jean Pauls Diktum aus seiner «Vorschule der Ästhetik» sollte allen Theatermachern zu denken geben, denen die Komödie und die Opera buffa am Herzen liegen. Nichts ist hier so, wie es zu sein...
