Alte Meister, neue Klänge

Georg Baselitz verbaselt in München Wagners «Parsifal», Kirill Petrenko entdeckt Ungewohntes in der Partitur

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Die Idee, bildende Künstler mit dem «Parsifal» in Verbindung zu bringen, ist so alt wie das Stück selbst. Richard Wagner wünschte sich Arnold Böcklin als Ausstatter der Uraufführung. Böcklin besuchte die Familie Wagner 1880 in Neapel. Eine Zusammenarbeit scheiterte letztlich daran, dass der Maler wenig von einer Verschmelzung der Künste hielt. Viel später hat Richard Peduzzi in seinem Bühnenbild für Patrice Chéreaus «Ring» die Böcklin’sche Vision der «Toteninsel» zum Walkürenfelsen umgeformt.

Dass Wagner der Malerei große Bedeutung zumaß, hat nicht nur mit der Hängerbühne seiner Zeit zu tun, sondern mit seiner Vorstellung von Kommunikation im Theater. Was da – idealisiert und damit verfremdet – auf der Bühne zu sehen sein sollte, hatte eine Sinnbild-Funktion: Der Zuschauer sollte jenseits aller kognitiven und hermeneutischen Aspekte gepackt werden. Man kann es auch so sagen: Gerade da, wo uns Wagners Theatervorstellung heute fremd vorkommt, hat sie durchaus moderne Aspekte. Es ist, auch wenn es oft behauptet wird, keineswegs so, dass Wagners Bühne erst durch Abstraktion und Lichträume zu sich selbst kam. Und so gehören zum «Parsifal» seit jeher auch Maler; herausragend etwa die ...

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Opernwelt August 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Stephan Mösch

Vergriffen
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