Rheinsberger Geschichten

Opernwelt - Logo

Von der Aura Friedrichs II., den auf Schloss Rheinsberg bekanntlich die Musen küssten, zehren sie heute noch in der märkischen Kleinstadt. Deshalb ist die Versuchung groß, die Zukunft in der Vergangenheit zu suchen. Seit der Wende residieren Kammeroper und Musikakademie in dem preußischen Ensemble am Grienericksee. Knapp drei Jahrzehnte nach der Gründung sollen das Festival für junge Stimmen und die Akademie nun künstlerisch neu ausgerichtet werden.

Und zwar von Georg Quander (67), ehedem Intendant der Berliner Lindenoper (1991-2002) und Kulturdezernent der Stadt Köln (2005-2013). So wollen es die Träger. Doch wohin der avisierte Aufbruch führen soll, ist völlig offen. Fest steht nur, dass die Rheinsberger Opernwerkstatt in diesem Jahr zum letzten Mal die Handschrift ihres Gründers Siegfried Matthus und seines 2014 auf den Chefposten platzierten Sohnes Frank trägt. Mit «A Bad Man’s Life», einer Auftragsarbeit von Marc-Aurel Floros, für die Matthus junior das Libretto schrieb, Mozarts «Così» und Webers «Freischütz» geht eine Geschichte zu Ende, die 1991 begann.  

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2018
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sul fiato

In Strauss’ «Capriccio» 2016 am Theater an der Wien überzeugte uns Maria Bengtsson als Gräfin mit ihrem vorbildlich auf dem Atem phrasierten, nicht durch vermeintlich Strauss-typische, sentimentale Verschleifer entstellten Finale. Auch die Figur, die die Regie ihr abverlangte, war ungewöhnlich: mit ihren langen blonden Haaren schien sie weniger Aristokratin als...

Volltreffer

Als Peter Konwitschny vor knapp 20 Jahren in Dresden «Die Csárdásfürstin» inszenierte, war das ein großer Skandal. Bomben und Handgranaten störten mit lautem Knall eine allzu gefällige Rezeption der mitten im Ersten Weltkrieg uraufgeführten Operette. Sie explodieren auch nun wieder über den Abend verteilt in Oscar Straus’ «Der tapfere Soldat» von 1908, mit dem...

Komm, süßer Tod

Søren Kierkegaard war nicht nur ein begnadeter Philosoph und ausgefuchster Menschen(schwächen)kenner, er besaß zudem eine tiefe Neigung für die Kunst, speziell die Musik. Mit Blick auf den «Don Giovanni» prägte Kierkegaard in seinem geschichtsphilosophischen opus magnum «Entweder – Oder» den Begriff des «Sinnlich-Genialen» – nicht ohne einzuschränken, die...