Knistern im Nirgendwo
Teilweise wird die Bologneser Neuproduktion von Verdis «Don Carlo» (in der vieraktigen Mailänder Fassung von 1884) den hohen Erwartungen ja vollauf gerecht: zum Beispiel in Sachen Stimmqualität. Die berüchtigte Ensembleoper erfordert erstklassige Solisten in sechs Hauptrollen, am Teatro Comunale mangelt es in der Hinsicht an nichts. Und wenn Noch-Chefdirigent Michele Mariotti sich mit gewohnt erfrischendem Zugriff über die Partitur hermacht, tun es ihm die hauseigenen Klangkörper so diszipliniert wie inbrünstig nach.
Das inzwischen 39-jährige einstige Wunderkind, großgeworden im Bannkreis des Rossini Festivals seiner Heimatstadt Pesaro, scheint die Belcanto-Grenzen in Richtung Wort-Ton-Drama dehnen zu wollen: An Knotenpunkten wie Rodrigos Konfrontation mit dem König im ersten Akt («La pace è dei sepolcri»), dem Terzett von Carlo, Eboli und Rodrigo zu Beginn des zweiten Akts oder dem Marsch zum Scheiterhaufen in der Autodafé-Szene knistert die Luft. So fein wird die Dynamik abgestuft, so schmerzhaft schürfen die Dissonanzen, dass ein Zuhörer murmelt: «Klingt ja wie Mussorgsky oder Wagner.» Ein Vergleich, den übrigens einige französische Kritiker (zu Verdis Missvergnügen) schon 1867 ...
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– Piedade: 25., 26.
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– Die Meistersinger von...
Zar Peter I., genannt «der Große», inspirierte zahlreiche Dichter und Komponisten, so auch Gaetano Donizetti, der ihm gleich zwei Opern widmete. Dem Frühwerk «Pietro il Grande» (1818) folgte neun Jahre später «Il borgomastro di Saardam» auf ein französisches Bühnenstück, das die Grundlage auch für Albert Lortzings «Zar und Zimmermann» bildete. Es geht darin um...
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