Als wär's ein Stück von heute
Christof Loys Göteborger Inszenierung der «Arabella» (siehe OW 2/2007) hat Frankfurt erreicht und, dank einer sorgfältigen Einstudierung mit komplett neuer Besetzung, nichts von ihrem verstörenden Glanz eingebüßt. Trotz Strauss’ handwerklich gediegener, manchmal allerdings in seichten Operettengewässern fischender Musik bleibt kein schaler Nachgeschmack. Herbert Murauers Bühne, die mit verschiebbaren weißen Wänden arbeitet und so immer neue suggestive Bildausschnitte in das leicht heruntergekommene Ambiente eines Hotels freigibt, versetzt die Handlung in eine zeitlose Gegenwart.
Der filmische Rhythmus der sich öffnenden und schließenden Räume gliedert die Szene, koordiniert die illustrative Musik geschickt mit der Handlung und setzt den ästhetischen Kontrapunkt zu Loys geschärftem Blick auf das Stück und seine Figuren.
Einblicke in das Unterirdische der menschlichen Seele wollte Hofmannsthal in seinem «zweiten Rosenkavalier» freilegen, und Loy folgt ihm in dieser Doppelbödigkeit mit einer ausgefeilten Bewegungschoreografie, die noch den kleinsten Nebenrollen eine präzis umrissene Psychologie gibt. Alle, das verarmte Rittmeisterehepaar Waldner und die Verehrer der Tochter Arabella, ...
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