Allzu gemütlich
Das Versepos «Orlando furioso» war ein Steinbruch für Librettisten. Einzelne Stränge aus der hochkomplexen Handlung um den (rasenden) karolingischen Ritter Roland haben Lully, Vivaldi, Hasse, Händel, Haydn vertont – und Agostino Steffani. Der italienische Komponist und Diplomat war zeitweilig am Welfenhof in Hannover angestellt und schrieb dort unter anderem den «Orlando generoso».
Bei den Musikfestspielen Potsdam war das Stück nun zu erleben.
Die Künstlerische Leiterin Dorothee Oberlinger wählt gern Stücke aus der vorklassischen Epoche aus, die zum Ambiente von Sanssouci passen. Und da das eigentlich angestammte Schlosstheater im Neuen Palais nach siebenjähriger Renovierung und kurzzeitiger Öffnung jetzt erneut geschlossen ist, wird im Orangerieschloss von Sanssouci gespielt. In die westliche Pflanzenhalle wurde ein Theater mit Bühne und rund 200 Sitzplätzen eingebaut.
Steffanis Version auf ein Libretto von Ortensio Mauro behält in Grundzügen die Idee bei, dass der edle Ritter Orlando wahnsinnig wird, weil sich die von ihm angebetete Angelica für einen minderen Ritter, Medoro, entscheidet. Er führt jedoch eine mysteriöse Figur ein: Atlante, ein allmächtiger Zauberer, der für ...
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Opernwelt August 2025
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Udo Badelt
Sämtliche Opern von John Adams wurden an der Met bislang auf die Bühne gebracht, nach «Nixon in China»( 2011) ist «Antony and Cleopatra» aber erst die zweite, die der Komponist selbst dirigiert. Ein faszinierender Abend, aber auch bei Adams – ähnlich wie bei Samuel Barber in seiner 1966 uraufgeführten Version des Sujets – bleibt offen, ob Shakespeares Schauspiel...
Für Jewgenij Mrawinski, den ruhmreichen russischen Dirigenten, der seine Symphonien auswendig im Kopf hatte, war er ein «naiver Ritter mit der edlen Seele». Ein Mensch, der vom allgemeinen Glück träumte, Gewalt in jeder ihrer Formen abgrundtief hasste und bereit war, alles dafür zu opfern, um das soziale Übel auszurotten. Ein Idealist also, der in seiner Kunst aber...
Die Schweizer Sprache hält einige Besonderheiten bereit, die man von außen her doch eher amüsiert betrachtet. Dazu zählt auch, neben der charmanten Begrüßung «Grüezi» und der flotten sportlichen Anfeuerung «Hopp Schwyz» auch der Begriff des «Redaktors», der bei Weitem nicht so charmant klingt wie das hochdeutsche «Redakteur», dieser eher prosaischen Tätigkeit aber...
