Eine faszinierend fremde Frau
Dvořáks «Rusalka» ist ein heikles Werk, dessen Präsenz auf den Spielplänen wellenartigen Konjunkturen zu folgen scheint. Die letzte große Welle spülte vor 17 Jahren unterschiedlichste Fragestellungen an das Werk und Möglichkeiten seiner Deutung hoch: 2008 versuchte sich das Regieduo Jossi Wieler und Sergio Morabito in Salzburg an einem Balanceakt zwischen moderater Aktualisierung und Psychoanalyse, streute surreal Märchenhaftes ein und bereicherte Dvořáks Naturromantik sogar mit zarter Ironie.
Im gleichen Jahr zeigte Stefan Herheim in Brüssel eine surreale, magisch aufgeladene, vom direkten Umfeld der Monnaie-Oper inspirierte Welt, die weit mehr auf die düsteren Dramen des Symbolismus verwies als auf die romantische Naturoper, mit Blumenladen und Sexshop, Metro-Eingang und Satellitenschüsseln anstelle des von Rusalka besungenen Mondes. Und parallel zu Herheims virtuoser Zauberkasten-Inszenierung hob sich in Düsseldorf der Vorhang zu einer Neuproduktion, die im Vorfeld «Werktreue» versprochen hatte. Ein tschechisches Leitungsteam versuchte noch einmal ein Rollback in Zeiten, als «Rusalka» noch als verträumt auszustattende Märchenoper verstanden wurde. Der Versuch misslang gründlich, ...
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Opernwelt August 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Regine Müller
Io moro!», seufzt Sara – und sinkt mit einer lakonischen Orchesterkadenz ohnmächtig zu Boden. Man kann sie verstehen: In Metastasios oft vertontem Oratorienlibretto bleibt der Erzmutter des Volkes Israel wirklich nichts erspart. Und in dieser Produktion des «Isacco» der Komponistin Marianna Martines (1744–1812) noch weniger.
Die Genesis lässt es offen, aber...
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