Alles verzerrt

Das Theater Basel zeigt Strauss’ «Intermezzo» in einer Inszenierung von Herbert Fritsch, 50 Zuschauer sind dabei

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Wieder spielen zu dürfen, heißt noch lange nicht, in der Normalität angekommen zu sein. «Sitzen und Verweilen leider nicht möglich», steht auf dem Schild mit Piktogramm im Foyer des Theaters Basel, das nach Beschlusslage des Schweizer Bundesrats ab dem 19. April einen Blitzstart hinlegen durfte. Sieht grotesk aus und passt irgendwie zu dem, was sich drinnen auf der Bühne des Großen Hauses vor 50 (!) erlaubten Zuschauern ereignen darf. Dort führt Herbert Fritsch Regie – man gibt «Intermezzo» von Richard Strauss, in großer Eile fertig einstudiert.

Wer hatte eine Woche zuvor schon mit der Möglichkeit einer Präsenzpremiere gerechnet?

Strauss’ Zweiakter um den Ehezwist im Hause Strauss ist dem Basler Intendanten Benedikt von Peter zufolge prädestiniert für die Corona-Zeit – handelt er doch «von den Gräueln des häuslichen Daseins». Inwieweit sie den Regisseur (und Bühnenbildner) dezidiert interessiert haben, bleibt am Ende fraglich. Fritsch verfährt auch mit «Intermezzo» so, wie er für gewöhnlich mit Stücken verfährt: Er stülpt ihnen seine Ästhetik über.

Sitzen und Verweilen ist auf der weitgehend kahlen Bühne mit einer gelben Kreisfläche, auf der nur ein pinkfarbener Stutzflügel steht, ...

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Opernwelt Juni 2021
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Alexander Dick

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