Aller Anfang ist schwer
Eine Gesamtauslastung von 92 Prozent mit einem Zuwachs um vier Prozent und leicht gestiegene Abonnementzahlen konnte Albrecht Puhlmann, der im vergangenen Jahr Klaus Zehelein als Intendant der Staatsoper Stuttgart beerbte, zur Halbzeit seiner ersten Saison vorweisen. Die Zahlen also stimmen.
Aber stimmt auch die künstlerische Bilanz, die sich jetzt am Spielzeitende ziehen lässt? Von den sechs Premieren stehen drei auf der Habenseite – Herbert Wernickes «Actus tragicus», Calixto Bieitos «Jenufa» und Jossi Wieler/Sergio Morabitos «Pelléas et Mélisande» –, während die drei übrigen – Sebastian Nüblings katastrophale «Carmen», Karsten Wiegands edellangweiliger «Hyperion» und Bieitos «Fanciulla del west» – entweder szenisch oder musikalisch sauer aufstießen. Das ist für einen Neustart nicht schlecht, relativiert sich aber, wenn man berücksichtigt, dass Puhlmann zwei der drei Erfolge, Wernickes wunderbaren Bachkantatenabend und Wielers grandiosen «Pelléas», aus Hannover übernommen hat.
Beim «Abenteuer des Neubeginns», von dem er vor Jahresfrist im Spielzeitheft schwärmte, ist Puhlmann kein Risiko eingegangen. Im Gegenteil: Er übernahm aus dem Repertoire seines Vorgängers nicht the ...
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