Donizetti: Lucia di Lammermoor

Mainz

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«Fang mich doch» am Staatstheater Mainz. Auf einer Stunde-Null-Bühne (Marc Weeger) spielen drei Kinder. Wer Donizettis «Lucia» oder Walter Scotts «Bride of Lammermoor» nicht kennt, kommt mit einem Blick ins kompakte Programmheft aus: Auf der Bühne wird die Vorgeschichte der «Lucia»-Oper umrissen. Der kleine Enrico Ashton und seine Schwester Lucia spielen mit Edgardo Ravenswood. Sein Vater scheint Lucia zu bedrängen – der folgende Vatermord durch Enrico bereitet die Grundlage für Hass und Wahnsinn, die über der Oper schweben.


Nach diesem gelungenen Kunstgriff erzählt Tatjana Gürbaca die «Lucia»-Geschichte als zeitgemäßen Tanz um das große Geld, dem persönliche Gefühle – in diesem Falle die Liebe Lucias zu Edgardo – völlig untergeordnet werden. Das funktioniert wunderbar. Der schottische Wald erscheint als domestizierter Innenraum, den Lucia erst nach ihrer Wahnsinnsszene begeht. Auch das trägt zu ­einer ausgesprochen einleuchtenden «Lucia»-Deutung bei. Besonders gelungen: das Spiel mit der gedehnten Zeit. Im Sextett mit Chor «Chi mi frena» bewegen sich alle Bühnenpartner Lucias in Slow Motion – nur sie selbst ist aus ihrer Lähmung gerissen, versucht vergeblich, die anderen zu ...

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Opernwelt August 2007
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 55
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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