Alle Macht dem Chor

Saarbrücken, Deschewow: Eis und Stahl

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Der russische Komponist Wladimir Deschewow – er lebte von 1889 bis 1955 – ist hierzulande nicht einmal dem Namen nach bekannt. Deschewow gehörte der «Assoziation für zeitgenössische Musik» an, der sich in den 1920er Jahren in Petrograd, dem späteren Lenin­grad und heutigen St. Petersburg, gebildet hatte. Dort rezipierte man die westliche Avantgarde, vor allem den Futurismus mit seiner Maschinenmusik und seinen bruitistischen Ge­räusch­effekten, wie man sie aus Mosso­lows Orchesterwerk «Die Eisengießerei» oder Schostakowitschs Oper «Die Nase» kennt.


In diesen Umkreis gehört auch Deschewows Hauptwerk, die 1930 in Leningrad uraufgeführte Revolutionsoper «Eis und Stahl». Das Stück wurde mehrfach nachgespielt, verschwand aber nach 1935 weniger der Musik als des politisch heiklen Stoffes wegen in der Versenkung. Die Handlung spielt 1921 während des Kronstadter Matrosenaufstands. Deschewow und sein Lib­rettist Boris Lawrenjow erzählen die Geschichte der jungen Komsomolzin Musja, die im nachrevolutionären Alltag Mut beweist, aber bei den Auseinandersetzungen auf dem Schwarzmarkt oder im Stahlwerk kein Gehör findet. Als der Matrosenaufstand losbricht, geht sie als Soldat verkleidet auf die ...

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Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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