Adel verpflichtet

Das Royal Opera House in London öffnet sein Archiv

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Als Schüler hatte ich das englische Magazin «Opera» abonniert, in dem den Premieren und Wiederaufnahmen des Royal Opera House naturgemäß breiter Raum gegeben wurde. Viele der Aufführungen, die ich dort beschrieben fand und die ich nur zu gern miterlebt hätte, finde ich nun zumindest als Tonkonserve in einer neuen Reihe «Heritage Series» wieder, die von der Oper selbst herausgegeben wird und deren erste zehn Folgen jetzt vorliegen.
Die Serie beginnt glanzvoll mit einer «Otello»-Aufführung von 1955, die von dem damaligen Musikdirektor Rafael Kubelik geleitet wurde.

Der tschechische Maestro war – was heute etwas in Vergessenheit geraten ist – ein bedeutender Verdi-Dirigent. Er schafft ein klangliches Breitwandgemälde mit vielen leuchtenden Details, gibt den Sängern darin Raum zur optimalen Entfaltung. Und seine Protagonisten nutzen ihn. Ramón Vinay, damals noch auf der Höhe seiner tenoralen Möglichkeiten, ist ein fast überlebensgroßer Otello, furchterregend in seiner wilden Leidenschaftlichkeit. Gré Brouwenstijn ist ihm die ideale Partnerin, mit ähnlicher Stimmfülle gesegnet, aber zugleich eine Meisterin des feinsten Piano und seelenvolle Gestalterin. Der böse Dritte, Otakar Kraus, ...

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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: CDs, Seite 70
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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