Achse des Guten
Über dem Mozart-Hype hätte man beinahe den anderen Jubilar vergessen, hundert Jahre jünger als der Jahresregent: Sigmund Freud. Von ihm stammt der Satz «Was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg», was wiederum als Spielstein fugenlos ins Programmpuzzle von «New Crowned Hope» passen würde. Künstler müssen der Welt Zeichen und Bilder des Wandels und des Dialogs geben, sagt Peter Sellars, Künstlerischer Leiter des Festivals, im Gespräch (siehe Seite 14). Ohne solchen Dialog komme es zu furchtbaren Reflexen: Aggression, Terror.
Sellars versucht, Leute aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen politischen Perspektiven zusammenzuführen und einen Weg zu finden, das Beste miteinander zu teilen. Eine Achse des Guten sozusagen, die Mozarts in die Zukunft weisenden Gedanken in Oper, Tanz, Film und bildender Kunst auffalten und ins 21. Jahrhundert überführen möchte.
Der Mann aus Pittsburgh, der nächstes Jahr fünfzig wird, hätte durchaus Amadeus spielen können in Milos Formans Film. Nicht nur, weil er ein ähnlicher Typ ist wie Tom Hulce. Peter Sellars hat etwas Authentisches, entspricht dem Erscheinungsbild, das man dem Salzburger Genie nachsagt. Doch man ...
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Ihre Antworten sind so unmissverständlich wie ihre Art, Musik zu machen: «Es gibt keine Spezialisten und Nicht-Spezialisten, es gibt nur Stimmen, die passen, und Stimmen, die nicht passen.» Damit sind alle weiteren Fragen, warum Emmanuelle Haïm sich vor Jahresfrist für Ian Bostridge als Orfeo und nun für Rollando Villazón als Testo im «Combattimento di Tancredi e...
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Ein spitzwinkliges Dreieck läuft von der Spielfläche auf die knapp darunter sitzenden Orchestermusiker zu. In diesem Zipfel spielt ein Kind, schon bevor die mysteriösen Gähn- und Schlaflaute aus den tiefen Streichern ertönen, und bastelt sich langsam ein Schiffsmodell zusammen. Es ist der Lustknabe, Streitobjekt zwischen Elfenkönigin Titania und ihrem Oberon. Am...
