Ach ja, die Liebe!
Von Venedig nach Neapel: Nach Cavallis «La Calisto» zeigt das Teatro alla Scala nun «Li zite ’ngalera» (Die Verlobten auf der Galeere) von Leonardo Vinci und fügt seiner Auseinandersetzung mit dem Barockmusiktheater ein Stück hinzu, das bisher im Mailänder Spielplan fehlte. Bei Vincis Oper handelt es sich um eine Commedia per musica – die erste, deren Manuskript bis heute erhalten geblieben ist. Die Uraufführung fand 1722 im Teatro dei Fiorentini zu Neapel statt, das viele Jahre lang die Wiege dieses zwischen Theater und Oper schwebenden Genres war.
Das damals sehr heterogene Publikum stammte hauptsächlich aus dem Volk, aber auch Mitglieder der königlichen Familie besuchten das Theater, allerdings verkleidet, um unbemerkt an einem Ort zu erscheinen, der für die Aristokratie als nicht adäquat galt. Nahezu obligatorisch war die Verwendung des neapolitanischen Idioms, vor allem für die Figuren aus dem Volk, die auch in Vincis «Li zite ’ngalera» die eigentlichen Protagonisten sind.
Der Schauplatz der verworrenen Handlung ist Vietri, ein kleines Fischerdorf an der Amalfiküste. Hier hat Edelmann Carlo Celmino Zuflucht gefunden. Er liebt die schöne Ciommetella, für sie verlässt er ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Stefano Nardelli
Herr Zeppenfeld, Anfang Februar haben Sie an der Dresdner Semperoper die Titelpartie in Verdis «Attila» gesungen, es folgte der Graf Rodolfo in Bellinis «La sonnambula». Ist es eine Genugtuung, dass Sie endlich wieder im italienischen Fach besetzt werden?
Irgendwie schon. Das Fach wird ja deutschen Sängern normalerweise nicht zugetraut. Und es ist eine Self-fulfill...
Wir sind in einem mittelalterlichen Märchenland des Ariost. Einem sagenhaften Schottenreich. Wir sind in der Oper. Eine Prinzessin, Ginevra, entsteigt dem Baldachinbett. Ihre Zofe, Dalinda, hält ihr bei der Morgentoilette neckisch ein britisches Boulevardblatt entgegen. Auf der Titelseite prangt das Konterfei der Königstochter neben dem ihres Anbeters. Ihm weiht...
Keine Kulissen, keine Möbel und erst recht nicht der Versuch, dem antiken Drama eine wohlfeile Aktualität zu verleihen. Nur farblich changierende Neonröhren, die den Gemütszustand der Figuren, und Kostüme, die deren Herkunft und Charakter symbolisieren. Mehr braucht es nicht. Am Theater Erfurt vertraut man voll und ganz Glucks Musik und der ihr innewohnenden...
