Abwechslungsreich
Immer mit einem Fez auf dem Kopf für die Touristen herumstehen, das fetzt auch nicht so richtig. Also wirft Rafał Tomkiewicz als Nireno den Kaftan ab und legt einen Bauchtanz hin, während ein Klavier die barocke Orchesterbegleitung ins Kaffeehaus verlegt, zu finden wahrscheinlich im filmmythischen Casablanca. Der musikalische Leiter macht das willig mit, schließlich ist er auch der Regisseur: George Petrou hat mit der aktuellen Frühjahrsausgabe die künstlerische Leitung der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen übernommen.
Hierzulande bislang eher als Dirigent seines Ensembles Armonia Atenea bekannt, nimmt seine (zuvor bereits von der Nederlands Reisopera gezeigte) Inszenierung von «Giulio Cesare in Egitto» den Titel wörtlich: Der Titelheld darf seinen Eroberungstrieb auf einer Ägyptenexpedition wahrhaft ausleben.
Dabei bekommt er alles zu sehen, was das Touristenherz begehrt: Grabkammern, bewacht von Monumentalstatuen des Totengotts Anubis; Mumien, die kess ihre Binden abwerfen; sogar ein Erdbeben, das die morschen Säulen einstürzen lässt. Weil er aber Julius Cäsar ist (wenn auch im Kolonialgewand des frühen 20. Jahrhunderts), erhält er noch ein Exklusivprogramm obendrauf: ...
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Opernwelt 7 2022
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Michael Stallknecht
Man liest es und staunt. «Angelica diabolica». Ist das nicht eigentlich ein Oxymoron, gewissermaßen eine contradictio in adiecto? Nicht nur, dass man sogleich Puccinis sehnende Schwester im Sinn hat, die von allem möglichen besessen sein mag (vor allem von der tatkräftigen Liebe), nicht aber vom Teufel: Schon das reine Wort hat doch eigentlich einen Engel im Sinn....
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44 theaterkasse@mail.aachen.de www.theateraachen.de
- Sondheim, Sweeney Tod: 2.
- Britten, A Midsummer Night’s Dream: 3.
Altenburg siehe Gera
Annaberg-Buchholz Winterstein-Theater
Tel. 03733/140 71 31 ...
Das Glück? Gleicht ein bisschen dem Mond. Allzu selten erscheint es in vollem Glanze, und dann auch nur für Augenblicke, bevor es wieder abnimmt, Stück für Stück, und schließlich wie von Geisterhand verschwunden ist, im Irgendwo, dort also, wo man es nicht findet, selbst wenn man sich auf die Suche danach begibt. Für Jenůfa ist diese Abwesenheit von Glück der...
