Abgehakt

Wagner: Götterdämmerung Nürnberg / Staatstheater

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Es brennt nicht, zumindest nicht auf der Bühne. Dafür flackert es rotgelb auf den Screens der Smartphones, die Hagens Mannen mahnend erheben. Brünnhilde kümmert das nicht, sie hat zu tun, am Schreibtisch sitzend, mit den Rheintöchtern. «Selig grüßt dich dein Weib», dann wird getwittert. Gutmenschen-Sätze über den Zustand und Verfall der Welt, kommentiert von anderen lustigen Nickname-Besitzern. Live sei dies alles, versichern die Verantwortlichen des Staatstheaters Nürnberg, und gedacht als Heimholung des «Rings» in die – angeblich – heilsbringende soziale Medienwelt.

So viel Computer war mutmaßlich noch nie im Finale der «Götterdämmerung», das sich hier (dies wiederum gab es schon oft) als Konterkarierung von Pathos versteht, dabei aber mit all seinen Netzspielereien ein Problem bekommt: Es driftet in die Belanglosigkeit.

Regisseur Georg Schmiedleitner hat mit Stefan Brandtmayr (Bühne) und Alfred Mayerhofer (Kostüme) viel in seinen Nürnberger «Ring» gepackt. Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung, Kapitalismus- und Medienkritik, alles Topoi, die sich gewiss aus Wagners Großwerk ableiten lassen und einen langen Abend kurzweilig machen, die aber beim bemühten Herunterbrechen ...

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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Markus Thiel

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