... aber es gibt Hoffnung
Oper und Corona. Man könnte inzwischen genauso gut von Gott und Satan sprechen. Die Zuschauerräume sind leer. Genau das, wofür wir innigst kämpfen sollen, die Oper, geht nicht mehr. Studieren, Opernregisseur werden, eine Karriere aufbauen, den Druck des Studiums aushalten, uns im (stark strukturierten) Establishment des (stark subventionierten) Opern-Business durchsetzen, vorbei an (längst) etablierten Regisseuren, in dem Versuch, einen Intendanten oder Chefdramaturgen für ein Inszenierungskonzept zu begeistern. Überhaupt diese Möglichkeit bekommen.
Und nebenbei die Oper der Zukunft gestalten. Das ist das tägliche Brot, das uns speist.
Und jetzt Corona. Wir, die ganz am Ende der Nahrungskette stehen, sehen nun, wie das Operngeschäft international (teilweise) paralysiert ist. Für neue Inszenierungen kommen erst die (bereits erwähnten) etablierten Regisseure in Frage. Letztlich verraten all die unterschiedlichsten «Lösungen», die gerade angeboten werden, die unterschiedlichsten «Haltungen» gegenüber der aktuellen Krise. Mehr noch – sie entlarven, wie manche Opernhäuser mit der Kunstgattung Oper umgehen – und wie privilegiert wir sind, trotz Weltkrise …
Und jetzt? Einfach so ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 24
von José Cortés
Um die Welt zu verstehen, ihren Lauf, ihre wahnwitzigen Wendungen, empfiehlt sich von Zeit zu Zeit ein geneigter Blick in den Wirtschaftsteil einer seriösen Tageszeitung, sagen wir: der «SZ». Da las man Anfang Februar mit staunenden Augen, dass Hegdefonds an der New Yorker Wall Street binnen weniger Tage umgerechnet 16,6 Milliarden Euro verloren hatten, weil...
In Stendhals «Vie de Rossini» von 1823 steht der Satz «Réfléchir sur les beaux-arts, fait sentir» – Nachdenken über die schönen Künste macht fühlen. Der Gedanke könnte vom Publizisten Uwe Schweikert stammen, von 1971 bis Ende 2003 Lektor des Metzler-Verlags, seit 1992 dort verantwortlich für ein exquisites Musikprogramm, und seit vielen Jahren Mitarbeiter der...
Es gibt einen Meyerbeer vor Meyerbeer. Ehe der Berliner Bankiersspross 1831 in Paris mit «Robert le Diable» ins Metropolen-Rampenlicht trat und danach mit «Les Huguenots», «Le prophète» und «Vasco da Gama» bahnbrechende Grands Opéras schrieb, entstanden zwischen 1817 und 1824 in Italien Werke, die sich erkennbar der dortigen Operntradition verschrieben und doch...
