... aber es gibt Hoffnung
Oper und Corona. Man könnte inzwischen genauso gut von Gott und Satan sprechen. Die Zuschauerräume sind leer. Genau das, wofür wir innigst kämpfen sollen, die Oper, geht nicht mehr. Studieren, Opernregisseur werden, eine Karriere aufbauen, den Druck des Studiums aushalten, uns im (stark strukturierten) Establishment des (stark subventionierten) Opern-Business durchsetzen, vorbei an (längst) etablierten Regisseuren, in dem Versuch, einen Intendanten oder Chefdramaturgen für ein Inszenierungskonzept zu begeistern. Überhaupt diese Möglichkeit bekommen.
Und nebenbei die Oper der Zukunft gestalten. Das ist das tägliche Brot, das uns speist.
Und jetzt Corona. Wir, die ganz am Ende der Nahrungskette stehen, sehen nun, wie das Operngeschäft international (teilweise) paralysiert ist. Für neue Inszenierungen kommen erst die (bereits erwähnten) etablierten Regisseure in Frage. Letztlich verraten all die unterschiedlichsten «Lösungen», die gerade angeboten werden, die unterschiedlichsten «Haltungen» gegenüber der aktuellen Krise. Mehr noch – sie entlarven, wie manche Opernhäuser mit der Kunstgattung Oper umgehen – und wie privilegiert wir sind, trotz Weltkrise …
Und jetzt? Einfach so ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 24
von José Cortés
Es gibt einen Meyerbeer vor Meyerbeer. Ehe der Berliner Bankiersspross 1831 in Paris mit «Robert le Diable» ins Metropolen-Rampenlicht trat und danach mit «Les Huguenots», «Le prophète» und «Vasco da Gama» bahnbrechende Grands Opéras schrieb, entstanden zwischen 1817 und 1824 in Italien Werke, die sich erkennbar der dortigen Operntradition verschrieben und doch...
Im April 2007 fand, schon lange überfällig, in Salzburg ein internationaler Strawinsky-Kongress statt, der einen doch leicht konsterniert zurückließ. Vergegenwärtigte er doch noch einmal die ein halbes Jahrhundert zurückliegende Kontroverse über Theodor W. Adornos «Philosophie der neuen Musik», samt ihrer Suche nach der «wahren» authentischen Moderne im Lichte der...
In den vergangenen Monaten musste ich häufiger an Antonio denken. An die Worte, mit denen jenes Stück beginnt, das ihn zur Titelfigur krönt, dessen wichtigster Protagonist aber nicht der «Kaufmann von Venedig» ist, sondern sein Gegenspieler Shylock. «Ich weiß wirklich nicht, was mich so traurig macht», sagt Antonio im Gespräch mit seinen Freunden Salerio und...
