À la française
Mit ihrem Debüt-Recital «Jardin nocturne» verabreicht uns Isabelle Druet eine konzentrierte Dosis französischer Salon-Melancholie. Das Programm ist riskant, denn die 19 Lieder von sieben französischen Komponisten umkreisen die immer gleiche, depressive Nachtstimmung. Da droht Monotonie. Zumal sich das Repertoire literarischer Requisiten bald erschöpft. Das geheimnisvolle Spiel des Mondes auf leicht gekräuselter Wasseroberfläche ist bezaubernd. Beim Blick in den zehnten Brunnen aber beginnt es auch den überzeugtesten Décadent zu nerven.
Dann kommen einem sogar die Klavierbegleitungen des sonst geschätzten Proust-Freundes Reynaldo Hahn mit ihren ewig gebrochenen Akkorden ziemlich stereotyp vor. Was für ein Gigant ist dagegen Chausson mit seinen harmonischen Ausschreitungen. Und man begreift, warum Poulenc, mit dem das Recital beginnt und endet, eine vollkommen neue Konzeption des französischen Liedes schuf: Er befreite es aus der ausgeleierten Konvention der «mélodie», indem er die Melodie strich und eine Art musikalischer Spruchdichtung schuf.
Der leichte, gläserne, in der Mittellage auch substanzielle Ton der 31-jährigen, von William Christie und René Jacobs geförderten ...
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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 24
von Boris Kehrmann
Herr Valentine, Sie haben mit Ihrer Dauerpräsenz im Musiktheater quasi ein neues Fach kreiert: den Opernschauspieler.
Ich halte nichts von solchen Etiketten. Mir geht es darum, am Rand zu bleiben. Für Schauspieler ist es immer gut, Distanz zu wahren.
Empfinden Sie es als Vorteil, nicht im Opernsinne singen zu können?
Für mich ist Sprache Musik. Das kann man gar nicht...
Julia Lezhneva besitzt eine Stimme, die einen beim ersten Ton elektrisiert. Besonders wenn man das melancholisch-samtige Timbre slawischer Sängerinnen mag. «Sopran» steht auf dem Cover ihrer ersten Recital-CD. Dafür klingt die Stimme erstaunlich dunkel. Es ist eher ein leichter, beweglicher Mezzo mit Höhe: eine geborene Rossini-Sängerin, zumal die Koloraturen voll,...
Ja, die Dresdner Staatsoperette ist weit draußen. Aber die lange Anfahrt in den Vorort Leuben wird versüßt von der herrlichen Kulisse der bürgerlichen Wohnhäuser und Villen, die am Elbhang liegen. Vorbei geht’s am Rohbau der Waldschlösschenbrücke, der viel schlimmer als erwartet in dieses Gesamtkunstwerk einschneidet. Ein Anblick, der nur durch Verdrängung zu...
