114 Minuten für Big P.

Opernwelt - Logo

Die Bootsfahrt den Dschungelfluss hinauf, der kindlich-vorfreudige Divo, das linkische Betreten der Bühne, die spontane Arie, dort, im Opernhaus von Manaus, wo einst Caruso gesungen haben soll: Mit dem verzitterten, bislang unbekannten Privatvideo verschießt der Film schon in den ersten Minuten sein wertvollstes Pulver. Neues erzählt «Pavarotti» sonst kaum. Die Perspektive macht’s: Zu Wort kommen seine (oft betrogene) Frau Adua, die Töchter, später seine letzte Liebe Nicoletta, die beiden anderen Drittel der drei Tenöre oder Pop-Star Bono.

114 teils emotionale, teils überflüssige Minuten zwischen TV-Doku, Musikclip-Parade und Heiligenverehrung. Man merkt, dass Regisseur und Oscar-Preisträger Ron Howard («A beautiful Mind») kein Opernexperte ist. Der Film wendet sich weniger an Aficionados, vielmehr an Fachfremde, auf die sich Howards Bestaunen des Massenphänomens locker übertragen dürfte. Was ja passt – Opernhäuser waren für Big P.  bald im Mehrfachsinn etliche Konfektionsgrößen zu klein.

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
TV-Klassiktipps Januar 2020

arte

01.01. – 18.15 Uhr
Neujahrskonzert 2020 aus dem Teatro La Fenice

Auf dem Programm: Arien und Ouvertüren von Verdi, Puccini, Offenbach und Nino Rota. Zum 17. Mal findet in Venedigs berühmten Opernhaus das traditionelle Neujahrskonzert statt. Auch diesmal wird der zweite Teil des Konzertes, der dem großen Opernrepertoire gewidmet ist, für das Fernsehen...

Der Marktflüsterer

Nomen ist hier für einmal nicht omen, denn es ist keineswegs ein Fischen nach Komplimenten, das Adam Fischer – der am 9. September 2019 70 Jahre alt wurde – am Ende des Buchs betreibt, wenn er unter dem Titel «Und das hätte ich gesagt?» feststellt, er habe sich quasi durch diese Biografie selbst mehr zu schätzen gelernt. Nicht ohne Ironie schreibt er, Autor...

Der Unfassbare

Eine Sache müsse er jetzt noch sagen. Nicht um Musikalisches ging es in diesen Minuten, um das Programm mit Strauss und Brahms, sondern um so viel mehr. Dankbar sei er dafür, sprach Mariss Jansons, wie sehr er mit den Musikern zusammenwachsen durfte, wie man zu einer Familie geworden sei. Die jetzt – und das sagte er nicht, weil es mitschwang in diesen Worten –...