100. Todestag Giacomo Puccini

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Sein Rang ist umstritten. Während ein nicht unbeträchtlicher Teil der Musikwissenschaft mit den Opern Giacomo Puccinis bis heute fremdelt und ihnen fehlenden Tiefgang und in Teilen uninspirierte Instrumentierung unterstellt, sind Millionen von Zuhörerinnen und Zuhörern berührt von Puccinis Musik, von den Geschichten, die diese Musik erzählt. Auch ihr Schöpfer hatte, was das anging, eine klare Vorstellung: Zeitlebens trachtete er danach, den großen Schmerz der kleinen Seele («un grande dolore in piccole anime») in Töne zu kleiden.

Was dabei auffällt, ist die Nähe gerade dieses Komponisten zu den Frauen. Im wirklichen Leben konnte er nie je von ihnen lassen, auf der Bühne ließ er sie die traurigsten (und in gleich sieben Fällen tödlichen) Schicksale erleiden, umgab dies aber stets mit einer schmerzlich-schönen, meist in dämonische und dunkle Mollklänge gehüllten Musik. Anlässlich von Puccinis 100. Todestag unternehmen wir mit diesen Frauen eine Reise durch das Œuvre des italienischen Komponisten und versuchen, sowohl die Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten herauszufiltern, die zwischen einer Liù und Mimì, einer Manon Lescaut und Anna, einer Madama Butterfly, Tosca und Minnie, ...

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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: 100. Todestag Giacomo Puccini, Seite 100
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