Antisemitismus und Oper

Opernwelt - Logo

Der Antisemitismus ist weltweit wieder auf dem Vormarsch. Gut 80 Jahre nach Auschwitz ist dies eine vernichtende, erschütternde Nachricht, die aber im Grunde nur die geschichtliche Kontinuität eines seit Jahrtausenden virulenten «Phänomens» beglaubigt. Wo Juden waren, wurden sie gehasst, an zahllosen Ort des Globus. Und auch auf der Opernbühne dauerte es bis zur Mitte der 1830er-Jahre, ehe mit den Grand Opéras «La Juive» von Jacques Fromental Halévy und «Les Huguenots» von Giacomo Meyerbeer Werke jüdischer Komponisten den Weg auf die Bühne fanden.

Beide Schöpfungen stehen für eine französische Sonderform der jüdischen Emanzipation, beide haben ihren Rang längst behauptet; allerdings fand man lange Zeit nur «Les Huguenots» auf den Spielplänen internationaler Opernhäuser. Daran hat sich in der jüngeren Vergangenheit zum Glück etwas geändert – «La Juive» wird verstärkt zur inszenatorischen Diskussion gestellt, zum Teil mit veritablen Erfolgen, wie zuletzt in Frankfurt. Nicht minder schwer hatte es Mieczysław Weinbergs Auschwitz-Oper «Passashirka» («Die Passagierin»). Sie wurde erst knapp 40 Jahre nach dem Tod des jüdischen Komponisten konzertant und schließlich 2010 auch szenisch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Antisemitismus und Oper, Seite 86
von

Weitere Beiträge
100. Todestag Franz Kafka

Die Exegese seiner literarischen Texte und Briefe füllt ganze Regale. Kaum ein bedeutender Autor der Moderne wurde so häufig unters Mikroskop gelegt wie Franz Kafka, dessen 100. Todestag wir in diesem Jahr begehen, kaum einer – Samuel Beckett vielleicht ausgenommen – ließ derart viele unterschiedliche, sich zum Teil sogar deutlich widersprechende Deutungen zu....

Impressum Jahrbuch Opernwelt 24

65. JAHRGANG, JAHRBUCH 2024

Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin GmbH ISSN 0030-3690

REDAKTION OPERNWELT
Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 24, 10785 Berlin Tel.: +49(0)30/25 44 95-55 | Fax: -12 redaktion@opernwelt.de www.opernwelt.de 

REDAKTION
Jürgen Otten (V. i. S. d. P.), Clemens Haustein

REDAKTIONSBÜRO
Irene Naujoks | redaktion@opern...

Wichtige Wiederentdeckung der Saison 23/24

Als erst zweite Oper einer Frau (nach Louise Bertins «La Esmeralda») wurde 1895 an der Pariser Opéra «La Montagne Noire» von Augusta Holmès uraufgeführt. Geboren 1847 in Paris als Tochter einer irischstämmigen Familie lernte sie ihr musikalisches Handwerk unter anderem als Schülerin César Francks. Ihre Werke veröffentlichte sie zunächst unter männlichem Pseudonym,...