Uraufführung des Jahres
Prima la Musica? Erst kommen Klangvorstellungen: Einfälle zu Instrumentation, Melodie, Harmonik. Dann sucht Wolfgang Rihm die passenden Textpassagen dazu. So jedenfalls war es bei «Dionysos», einer «Opernphantasie», die bei den Salzburger Festspielen herauskam und nun zur «Uraufführung des Jahres» gewählt wurde. Wobei die Musik natürlich ihrerseits ohne Anstöße durch den Text undenkbar wäre. Beides wächst, wuchert und mäandert gleichzeitig. «Dionysos» ist eine Summe, denn Nietzsches Texte und gerade die «Dionysos»-Fragmente begleiten Rihm seit Jahrzehnten.
Das Stück ist aber auch ein Anfang, denn nie hat er sein Herz so offen auf den Tisch gelegt. Nie war so viel Komik in seinem musikalischen Theater.
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 26
von
Seit es Regie im modernen Sinn gibt, seit etwa hundert Jahren also, wird sie angefeindet. Der Vorwurf ist im Grunde immer derselbe: zu eigenmächtig, zu weit weg von der Musik. Schon Max Reinhardt bekam das zu hören, so wie später Wieland Wagner oder Ruth Berghaus. Die gegenwärtige Debatte reiht sich da jedoch nicht einfach ein. Sie wird von offenen Geistern...
Nicht nur Verdi und Wagner haben viel von ihm gelernt. Auch bei Gounod, Bizet und Mussorgsky ist vieles ohne Giacomo Meyerbeer undenkbar. In diesem Sinn sind «Les Huguenots» ein atemberaubendes Versuchslabor, in dem vieles angelegt ist, was den Weg der Oper im späteren 19. Jahrhundert prägt. La Monnaie in Brüssel hat dem aufwändigen Stück eine glanzvolle Premiere...
Claus Ambrosius
Koblenz/Mainz
Rhein-Zeitung
1. Rihms «Dionysos» bei den Salzburger Festspielen – Welttheater auch für kleine Bühnen
2. Schostakowitschs «Die Nase» in Koblenz: ein lohnenswerter Kraftakt
3. Tschaikowskys «Eugen Onegin» in Amsterdam: womöglich nicht die zwingendste Arbeit Stefan Herheims, im Gesamtpaket Bühne/Kostüme/Dirigat/ Chor/Solisten ein...
