„Wir müssen die Spielregeln festlegen“

Ralph Zeger ist seit mehr als 20 Jahren als Bühnen- und Kostümbildner tätig. Er engagiert sich in verschiedenen Gremien für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen im Theaterbetrieb und beim Dekorationsbau

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Der Bühnen- und Kostümbildner Ralph Zeger lehrt neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch als Dozent an verschiedenen Hochschulen, arbeitet zum Thema „Nachhaltig produzieren am Theater“ in Fachgremien und ist Mitglied im Vorstand vom Bund der Szenografen. Ein jüngstes Ergebnis seines Engagements in einem Team von Kolleginnen und Kollegen in diesem Fachverband ist der Leitfaden „Grüne Bühne“.

BTR: Herr Zeger, Sie haben bereits im Jahr 2020 eine Weiterbildung im Theater- und Musikmanagement an der LMU München mit einer Diplomarbeit zum Thema „Bühnenbild und ökologische Nachhaltigkeit“ abgeschlossen. Sie sind für die Bühne künstlerisch tätig, und dabei zugleich mit der technischen Umsetzung vertraut. Ein kritischer Blick auf die Herstellungsprozesse von Bühnenbildern bleibt da natürlich nicht aus.
Ralph Zeger: Es gab schon in den letzten fünf bis zehn Jahren vor meiner intensiven Beschäftigung mit dem Thema immer wieder ein Unwohlsein, wenn aufwendig gebaute Bühnenbilder nach nur wenigen Vorstellungen im Container landen. Weil entweder kein Platz zur Lagerung vorhanden ist oder es keine anderweitige Verwendung dafür gibt. Auch dass ich in Werkstätten öfter gehört habe „Das bauen wir ...

Die Initiative „Fonds Zero“

Die Kulturstiftung des Bundes lädt mit dem Programm „Zero“ Kultureinrichtungen verschiedener Sparten zur Mitwirkung an einer bundesweiten Nachhaltigkeitsinitiative ein, die das Thema in drei verschiedenen Modulen bearbeiten wird: Erstens in der antragsoffenen Projektförderung im „Fonds Zero“, zweitens mit Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen der „Akademie Zero“ und drittens mit einem Wissenstransfer in regionalen Netzwerktreffen für das gesamte Bundesgebiet. Die Kulturstiftung des Bundes stellt für das Programm Zero bis 2025 insgesamt 4 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, klimaneutrale Produktionsformen und neue Ästhetiken einer ökologischen Nachhaltigkeit zu erproben und gemeinsam zu lernen, wie künstlerische Arbeiten mit geringstmöglicher Klimawirkung realisiert werden können. Die Entwicklung und Umset-

zung von künstlerisch innovativen und zugleich klimaneutralen Kunst- und Kulturprojekten in den Jahren 2023 bis 2024 soll Kultureinrichtungen und Künstler für ökologisch nachhaltiges Produzieren sensibilisieren und Veränderungen für einen aktiven Klimaschutz erwirken. Damit soll modellhaft ein Beitrag zu einer Neuorientierung in ...

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BTR Ausgabe 3 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 44
von Iris Abel

Weitere Beiträge
Bücher 3/22

Theaterbau in der BRD 1945–1970 Reprint einer Untersuchung aus dem Jahr 1974
von Rolf Pausch 360 Seiten, 16 × 22,6 cm, Hardcover. ISBN 978-3-7557-2580-0 Books on Demand, Köln 2022 EUR 38,90

„Reprint einer Untersuchung aus dem Jahr 1974 erweitert um Anmerkungen und Reflexionen aus dem Abstand von 50 Jahren“ lautet der vollständige Untertitel des vorliegenden Buchs....

„Nachhaltig agieren heißt investieren“

Wir können Bedingungen und Abläufe in den Theaterund Opernbetrieben nur verbessern, wenn wir uns mit Themen auch kritisch auseinandersetzen und Schwachpunkte benennen. Hier schildert ein Technischer Direktor seine Erfahrungen und Arbeitsabläufe in seinem Haus. Die klingen bedauerlicherweise erschreckend, aber nicht unbekannt. Kulturbetriebe pflegen nicht immer eine...

Ein Schiff fährt um die Welt

Joseph Schmidt war nicht nur in Deutschland ein Star. Der weltweit erfolgreiche Tenor nahm zahlreiche Schallplatten auf, hatte eigene Rundfunksendungen und spielte in Filmen mit. Eine Karriere an der Oper blieb ihm aufgrund seiner Körpergröße von 1,54 Meter verwehrt. Am bekanntesten dürfte sein Film „Ein Lied geht um die Welt“ mit dem gleichnamigen Titelsong sein....