„Wie in einem Strudel erzählt“
Irina Schicketanz arbeitet seit ihrem Diplom, das ihr im Jahr 1990 an der Meisterklasse für Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für angewandte Kunst in Wien verliehen worden ist, als freie Künstlerin, Bühnen- und Kostümbildnerin sowie Ausstatterin im Bereich Schauspiel, Musiktheater und Film.
Zurzeit ist in ihrer Geburtsstadt München am Residenztheater „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller in der Inszenierung von Nora Schlocker zu sehen: Schicketanz stellt die beiden rivalisierenden Königinnen Elisabeth und Maria auf eine steile drehbare Rampe, die die Machtverhältnisse offenlegt. Der Einsatz von Spiegeln verdeutlicht ihre Austauschbarkeit. Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet sie mit Adrian Figueroa, da er am Theater filmisch inspirierten Bildwelten eine große Bedeutung zumisst und beide auf Augenhöhe konzeptionell diskutieren können. Aktuell arbeiten Schicketanz und Figueroa an der Produktion „Heimsuchung“ von Jenny Erpenbeck am Niedersächsischen Staatstheater Hannover. Im Mittelpunkt steht die wechselvolle Geschichte eines Hauses in Brandenburg. Auf der Bühne wird es zerschnitten und löst sich in seiner Architektur auf. Hubpodien werden zum Einsatz kommen. Zum ...
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BTR Ausgabe 4 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 40
von Eva Maria Fischer
Auf den ersten Blick wird man entführt in eine lang entfernte Vergangenheit. Haben hier Mammuts gehaust? Unter der hohen Decke hängen sechs jeweils neun Meter hohe Tapisserien, gewebt aus Flachs und Hanf. Sie haben keine Ecken und Kanten, sondern jede hat ihre eigene Form. In alle Richtungen fransen sie aus, wuchern und scheinen Eigenleben zu führen. An den Wänden...
Das Jahr 1975 hatte es für die Unterhaltungsindustrie in sich: „Der Weiße Hai“ sprengte an den Kinokassen alle Rekorde, mit dem Altair 880 kam der erste brauchbare Heim-PC auf den Markt, Queen veröffentlichten mit „Bohemian Rhapsody“ das erste Video der Musikgeschichte und: In Madison, Wisconsin, tüftelten die 18 und 19 Jahre alten Brüder Fred und Bill Foster mit...
Von wegen Provinz. Im Dorf Jagsthausen (Kreis Heilbronn) mit seinen 1800 Einwohnern wird seit 75 Jahren professionelles Freilichttheater gemacht. Am 22. Juli 1950 pilgerten mehr als 1000 Menschen zu Fuß oder in klapprigen Autos, auf Fahrrädern und Pferdewagen zur Götzenburg nach Jagsthausen. Ihr Ziel war die Premiere von Johann Wolfgang von Goethes...
