Stabil in wechselhaften Zeiten
Von wegen Provinz. Im Dorf Jagsthausen (Kreis Heilbronn) mit seinen 1800 Einwohnern wird seit 75 Jahren professionelles Freilichttheater gemacht. Am 22. Juli 1950 pilgerten mehr als 1000 Menschen zu Fuß oder in klapprigen Autos, auf Fahrrädern und Pferdewagen zur Götzenburg nach Jagsthausen. Ihr Ziel war die Premiere von Johann Wolfgang von Goethes Sturm-und-Drang-Stück „Götz von Berlichingen“ bei den ersten Götzfestspielen auf der Götzenburg. Der örtliche Zimmermann hatte eine Holztribüne mit mehr als 1000 Plätzen gebaut. Bis zum 28. August 1950 sahen 26.
000 Menschen in 23 Vorstellungen diese erste „Götz“-Inszenierung: 1130 pro Vorstellung!
Es gab drei Platzkategorien (Mitte, Links, Rechts) mit Preisen zwischen zwei und sieben Mark. Die Idee, Goethes „Götz“ im Sommer auf der Götzenburg an historischer Stätte aufzuführen, kam von Wolf-Götz Baron von Berlichingen (1906–55), unterstützt von seiner Ehefrau Olga (1908–92). Jagsthausens Bürgermeister Albert Feinauer (1918–99) und die Gemeinde zogen mit. Feinauer wurde Gründungsmitglied des Heimat- und Verkehrsvereins als Träger der Festspiele. Viele Handwerker, Bauern und Bürger von Jagsthausen schlossen sich an. Eigentlich sollten die ...
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BTR Ausgabe 4 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 48
von Andreas Sommer
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