Vom Maschinenbau zur Kostümwelt

Die Theater Chemnitz haben in einem Gebäudeteil einer ehemaligen Textilmaschinenfabrik auf zwei Etagen einen neuen Kostümfundus und die Kostümwerkstatt eingerichtet. Logistisch und räumlich ergeben sich damit nun große Vorteile für alle Arbeitsabläufe und deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen.

Vom 11. Juli bis zum 31. Dezember 2020 lief die 4. Sächsische Landesausstellung unter dem Titel „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“. Eine der Schauplatzausstellungen war im Chemnitzer Industriemuseum zu sehen. Der „Maschinen. Boom“ zeigte die Industriegeschichte der vergangenen 220 Jahre im Zentrum der Stadt. Dabei wurde deutlich, dass Sachsen nicht nur die Wiege des deutschen Werkzeugmaschinenbaus ist, sondern hier seit über zwei Jahrhunderten weltweit gefragte Maschinen konstruiert und produziert wurden und werden.

Vor diesem Hintergrund bekommt die jüngste Baumaßnahme des Chemnitzer Theaters eine besondere Bedeutung, denn mit ihr werden die räumlichen Bedingungen für eine der Theaterwerkstätten verbessert und zugleich wird Industriekultur und -architektur bewahrt. So ist in die Altchemnitzer Straße 27, in den Gebäudeteil 2 des früheren Spinnereimaschinenbaus, im August 2020 mit dem Kostümfundus und den -werkstätten neues Leben eingezogen – in einem Teil des großen, imposanten Spinnwerks wurden noch bis 1998 Textilmaschinen hergestellt. Vielleicht wurden einige der Kostümstoffe, die nun dort lagern, schon mit eben diesen Maschinen hergestellt? Diese besondere ...

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BTR Sonderband 2021
Rubrik: Bau/Betrieb, Seite 60
von Frank Schreiter

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