Neue Wege im neuen Staatstheater

Das Badische Staatstheater Karlsruhe wird aufwendig saniert, neu- und umgebaut, um es den modernen Anforderungen des Spielbetriebs sowie Sicherheits- und Arbeitsstandards anzupassen. Für die Gestaltung effizienter Abläufe hinter den Kulissen sind die Transportprozesse und vor allem Transportwege elementar. In der Ausschreibung für den internationalen Architekturwettbewerb umfassten diese Planungen daher ein eigenes Kapitel, denen eine umfangreiche Analyse vorausging.

Die berühmten fünf W-Fragen lenken das Handeln der Figuren auf der Bühne: Wer? Was? Wo? Wann? Warum? Auch hinter der Bühne bestimmen W-Fragen das Geschehen: Wer oder was muss in welcher Zeit wohin gelangen? Proben und Vorstellungen. Vorstellungen und Proben. Um dieses Herzstück des Theaters dreht sich alles. Für die Transportlogistik sind drei Dinge nötig: Personal, Fläche und Zeit. Alle drei Ressourcen stehen nur begrenzt zur Verfügung. Durch eine vorausschauende Organisation lassen sich der personelle und der zeitliche Aufwand optimieren.

Was sich nicht ändern lässt, sind die zur Verfügung stehenden Flächen. Ihre Lage und Größe sind vom Theaterbau vorgegeben. Ein Um- und Neubau des Theaters zum „Neuen Staatstheater“ ist eine Chance zur Neuaufstellung. Auf einem Grundriss des Badischen Staatstheaters sieht man einen kleinen orangen Konzertflügel, man kann sich seine Reise durch die verwinkelten Gänge des Untergeschosses vorstellen. Was anmutet wie die Transkription einer Choreografie, ist die Choreografie des Alltags hinter der Bühne – ein täglicher Ablauf, der um die eigentliche Inszenierung auf der Bühne herum passiert: Kulissen der Probe am Morgen werden am Nachmittag abgebaut ...

Das Badische Staatstheater Karlsruhe

Das Theater umfasst sechs Sparten: Oper, Ballett, Konzert, Schauspiel, das Junge Staatstheater und das Volkstheater. Bis zu 1040 Veranstaltungen pro Spielzeit finden auf den Bühnen des Hauses statt. 1975 am Ettlinger Tor in Karlsruhe gebaut, war das Theatergebäude ursprünglich für 350 Beschäftigte ausgelegt. Jetzt arbeiten hier zu Hochzeiten fast 800 Menschen aus über 45 Nationen. Seit über 40 Jahren ist das Haus ohne übergreifende Sanierung im Betrieb. 2006 beschloss der Verwaltungsrat erstmals eine Überprüfung der Bausubstanz. Einer Hausschließung, wie sie bei anderen Theatern notwendig war, soll mit einer geplanten Sanierung zuvorgekommen werden. Vor allem Mängel in Sachen Brandschutz und Barrierefreiheit müssen behoben werden. Ebenso gilt es, gesetzeskonforme Arbeitsplätze zu schaffen. Weitere Infos unter https://sanierung.staatstheater.karlsruhe.de/

Eva Geiler ist seit 2020 verantwortlich für die Kommunikation der Sanierungsmaßnahmen am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Die studierte Schauspielerin lernte während ihrer Engagements zahlreiche Theater vor und hinter den Kulissen kennen, bevor sich ihr Interesse über die Grenzen der Bühne ...

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BTR Sonderband 2021
Rubrik: Neustart/Zukunft, Seite 32
von Eva Geiler

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