Szenografie forscht

In Kassel entstand zum Spielzeitauftakt 2021 mit der Raumbühne „Pandaemonium“ ein modernes Logen-Total-Theater. Auditorium, Klang- und Szenenfläche wurden in diesem Aufbau zu einem Ort des gemeinschaftlichen Theatererlebnisses gemischt. Ein Schritt auf der Suche nach einer zeitgemäßen Form des Musiktheaters.

Wie kann man trotz der geltenden Abstandsregelungen und beschränkten Zuschauerzahlen große Opernwerke wie „Wozzeck“ oder „Tosca“ mit vollem Orchester, mit großem Chor und in ihrer Gänze als Erlebnis ermöglichen? Das fragte sich das Team um den neuen Intendanten des Staatstheaters Kassel, Florian Lutz, und entwickelte die Raumbühne „Pandaemonium“, die von September bis Ende Dezember 2021 für unterschiedliche Inszenierungen genutzt wurde.

Das Pandaemonium selbst war ein dreistöckiger, hufeisenförmiger Einbau auf der Haupt-, Hinter- und den Seitenbühnen, der bis in den Zuschauerraum ragte. Da die Bühnenanlage im Staatstheater Kassel mit zwei Seiten- und einer Hinterbühne sehr weiträumig ist, war es möglich, die gesamte Bühnenfläche mit Aufbauten zu versehen. Ein 16 Meter langer Steg über der Hauptbühnenfläche verband diagonal die beiden Seitenbühnen miteinander, mehrere Treppen am und im Gerüstbau führten auf die zwei oberen Stockwerke. Die Gesamthöhe lag bei 7,90 m, die Bodenhöhe der obersten Ebene bei 5,40 m. Die bis zu 250 Zuschauer saßen rings um die so entstandenen Bühnenspielflächen in dem dreistöckigen Einbau. Das Orchester wurde jeweils in der Mitte der Bühne platziert. Der ...

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BTR Ausgabe 2 2022
Rubrik: Bau & Betrieb, Seite 82
von Iris Abel

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