Nichts ist, wie es scheint

Das populäre Stück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt stand in dieser Saison auf dem Spielplan der Bühnen Bern. Für eine Welt, in der Grenzen zwischen Realität und Wahn verschwimmen, hat Bühnenbildnerin Anna Armann eine überraschende Raumlösung gefunden. Der Technische Leiter Claude Ruch und der Lichtdesigner Bernhard Bieri geben Auskunft zur Realisierung von Bühne und Beleuchtung

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Der Blick fällt auf hohe, schmutziggraue Wände, von denen Tapete blättert. In den Ecken zwei schmale, große Fenster mit zerbrochenem Glas, dazwischen drei kleine Türen mit erhellten Scheiben. In einem Kamin in der Ecke funkelt ein Feuer, darüber ein großes Loch in der Decke, die Ränder von Ruß geschwärzt. Schneeflocken rieseln durch diese Öffnung in den großen Raum – das ist der etwas schäbige Salon des Sanatoriums „Le Cerisiers“.

Ein „verlotterter“ Ort, der schon bessere Zeiten sah – und der Raum für die Komödie „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt – ein Verwirrspiel, das sich im 2. Akt in eine Tragödie wandeln wird. Jeder spielt hier ein falsches Spiel. Kommissar Voß und Pfleger Peter begegnen sich hier in einer ersten Szene. Ein Mord ist im Sanatorium geschehen, innerhalb weniger Monate der zweite. Die Täter sind schnell ausgemacht, die Patienten Herbert Georg Beutler und Ernst Heinrich Ernesti, die sich für Albert Einstein und Isaac Newton halten. Beide zeigen angesichts ihrer Taten keine Reue. Dem dritten Patienten, Johann Wilhelm Möbius, erscheint regelmäßig König Salomo, der ihm mit der Weltformel die Lösung aller Probleme diktiert. Möbius stellt sich wahnsinnig, da er um ...

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BTR Sonderband 2024
Rubrik: Potenziale und Produktionen, Seite 64
von Iris Abel

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