Meisterhaftes Management

Facility-Management ist viel mehr als die spöttische Umschreibung für einen Job als Hausmeister/-in. Damit moderne Betriebs-, Kommunikations- und Veranstaltungstechnik auch in einem Konzerthaus zuverlässig funktionieren, ist deren fachgerechte Einrichtung und Betreuung nötig, so wie im 2017 eröffneten Berliner Pierre Boulez Saal. Was Silke Aschendorf dafür an Erfahrungen mitgebracht hat, wie ihre Aufgaben und ihr Arbeitsalltag aussehen, erzählt sie bei einem Vor-Ort-Termin.

Der Pierre Boulez Saal von Frank Gehry ist architektonisch einer der spektakulärsten Konzertsäle der Welt: Mit seinen elliptischen Rangeinbauten – zwei Holzringen, die zu schweben scheinen wie zwei (leicht zueinander versetzte) Umlaufbahnen –, auf denen die Zuschauer um den Planeten der Bühne herum im Kreis sitzen. Und die flexible Bestuhlung unten auf der Bühne ermöglicht, dass das Publikum den Künstlern fast zum Greifen nahe kommt. 682 Plätze bietet der Saal, der sich sowohl für intime Kammermusik-Konzerte eignet als auch ein mittelgroßes Orchester fassen kann.

Der Eingang von der Straße ist dafür umso diskreter – was zur Geschichte des Gebäudes passt, in dem neben dem Pierre Boulez Saal die Barenboim-Said Akademie ihren Sitz hat: Es beherbergte nämlich ursprünglich das Kulissenlager der Staatsoper Unter den Linden, hinter der es in Berlin-Mitte liegt. Der Künstlerische Leiter und Generalmusikdirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim, gründete 1999 mit dem (2003 verstorbenen) Literaturkritiker Edward Said zusammen das mittlerweile weltberühmte West-Eastern Divan Orchestra. In der Akademie, in der Stipendiaten aus den Ländern des Nahen Ostens Musik studieren, wird der Nachwuchs ...

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BTR Sonderband 2020
Rubrik: Thema: Berufsbilder & Porträts, Seite 72
von Sophie Diesselhorst

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