Kleider in Bewegung

Das Frankfurter Historische Museum zeigt noch bis zum 24. Januar die Ausstellung „Kleider in Bewegung. Frauenmode seit 1850“. Grundlage dafür war ein Forschungsprojekt an der Universität Paderborn im Fachbereich „Kulturwissenschaft der Mode und des Textilen“, das in eine Kooperation mit dem Museum mündete. Wie kann historische Kleidung lebendig und authentisch präsentiert werden, wenn zugleich konservatorische Standards erfüllt werden müssen?

Die Notwendigkeit, den menschlichen Körper bei der Präsentation von Kleidung zu ersetzen, stellt Ausstellungskuratoren bis zum heutigen Tag vor Herausforderungen. Es ist eine Tatsache, dass der lebendige Körper durch Figurinen in der Inszenierung eines Kleidungsstücks nicht ersetzt werden kann, aber aus konservatorischen Gründen ersetzt werden muss.

In der Vergangenheit führte der verständliche Wunsch, Kleidung in ihrer ursprünglichen Wirkung betrachten zu können, nicht selten dazu, die geltenden konservatorischen Standards zu umgehen und Kleidung von lebenden Modellen vorführen zu lassen. Auch im Historischen Museum Frankfurt ist dies in eingeschränktem Rahmen in den 1950er- und 1960er-Jahren noch praktiziert worden. Die bei diesen Aktionen entstandenen Schäden lassen sich noch heute an den historischen Kleidungsstücken nachvollziehen. Auch gegenwärtig wird zuweilen ein unreflektierter Umgang mit historischer Kleidung an den Tag gelegt, wenn Privatsammlungen in eine museale Präsentation integriert werden. Dies schafft bei Ausstellungsbesuchern nicht selten Erwartungen, die jene Museen, die sich den internationalen Standards verpflichtet fühlen, nicht bedienen können und auch nicht ...

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BTR Ausgabe 5 2020
Rubrik: Thema: Ausstellungen, Seite 20
von Maren Ch. Härtel