Hits, Wahrheiten und große Kunst
Nachdem die vierköpfige Teamleitung, die das Festival 2023 erstmalig (und einmalig) geleitet hatte, wieder zurückgetreten worden war, sprang Nora Hertlein-Hull, bisher Leiterin der Lessing-Tage am Hamburger Thalia Theater, ein und brachte Ruhe in die Abläufe. An ihrer ziemlich kurzfristigen Ernennung lag es aber vielleicht auch, dass das Rahmenprogramm dieses Jahr sehr sparsam ausfiel und sich tageweise stark ausdünnte.
Reformiert (und in „Nachtgespräche“ umgetauft) wurden die Publikumsgespräche, die dieses Jahr immer von einem Impulsgeber aus verschiedenen Bereichen des Lebens eröffnet wurden. So gab Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck seine Eindrücke zu „Nathan der Weise“ von Ulrich Rasche preis, Carolin Emcke hielt eine Laudatio auf „Bucket List“ und die frühere Vorsitzende der Linkspartei und Berliner Sozialsenatorin a. D. Katja Kipping eröffnete die Runde mit ihrer Meinung zu Johan Simons’ „Macbeth“-Inszenierung. Die meisten Impulse fielen eher affirmativ aus, sodass sie das anschließende Gespräch im Endeffekt nicht besonders stark prägten. Die zehn Inszenierungen liefen dieses Jahr in den Spielstätten im Haus der Berliner Festspiele (Haupt- und Seitenbühne), Schaubühne ...
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BTR 3 2024
Rubrik: Festivals und Produktionen, Seite 36
von Sophie Diesselhorst
Der interessierte Nachwuchs kommt nach Frankfurt, so eine der Aussagen im Rückblick der Messegesellschaft, denn 25 Prozent der Besucher:innen waren jünger als 25 Jahre – was beim Gang durch die Hallen 11 und 12 mit je zwei Ebenen und im Portalhaus auch zu erleben war. Der Führungskräfte-Anteil unter den Fachbesucher:innen betrug im März 62 Prozent. Daraus folgert...
Schön ist, was stimmig ist Bühnenbild Prozesse
von Axel Pfefferkorn 104 Seiten, Abbildungen, 21 × 21 cm, gebunden ISBN 978-3-985952-64-9 Glockenbach Verlag, München 2024 EUR 14,00
Der Leipziger Bühnen- und Kostümbildner Axel Pfefferkorn (*1943) hat sein gesamtes Arbeitsleben in den Dienst des Theaters gestellt und dabei unzähligen Stücken einen besonderen Rahmen...
Theater ist eine kollektive Kunstform; im selbstbestimmten, nicht hierarchischen Zusammenwirken von Künstlern mit verschiedenen Talenten entsteht im besten Falle etwas, was keiner von ihnen allein oder in anderer Konstellation hätte machen können. Gerade in diesem Modell von Zusammenarbeit liegt meiner Ansicht nach die große, zukunftsweisende Potenz von...
